Horn

Erstellt am 21. Juli 2016, 06:00

von Martin Kalchhauser

Ungebrochener Elan bei über 80 Flüchtlingshelfern. Bilanz über ein Jahr ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge. Vielfältige Hilfestellung für über 200 Menschen.

Der Verein „Willkommen Mensch in Horn“ zog Bilanz über das erste Jahr: Theresa Lang, Susanne Ferstl, Dieter Schewig und Veronika Stock (von links) mit der Rotkreuz-Info-Broschüre „Angekommen“.  |  Martin Kalchhauser

Sie helfen mit Sachspenden, chauffieren Flüchtlinge zu Ämtern und in Ordinationen, organisieren Deutschkurse und Feste, sind Kindern „Ersatz-Omis“ und organisieren Spenden: Über 80 Personen gehören zum Verein „Willkommen Mensch in Horn“, der Bilanz über ein Jahr ehrenamtliche Arbeit für die Flüchtlinge zog.

„Wir wollen diesen Menschen vermitteln: Ihr seid nicht alleingelassen im für euch fremden Land. Ihr seid willkommen, und wir wollen euch helfen.“ So bringt Obfrau Susanne Ferstl die Aufgabe ihrer Vereinsmitglieder und -sympathisanten auf den Punkt.

Bei allen Aspekten gehe es um Begleitung der Menschen. Allein die enorme „Zettelwirtschaft“ und eine Reihe von Schikanen („Wie soll es ein Horner schaffen, pünktlich zur Einvernahme um 8 Uhr Früh in Traiskirchen zu sein?“) mache es den Flüchtlingen unmöglich, alleine zurechtzukommen.

Begleitung auch über erste Zeit hinaus wichtig

Neben den Asyl-Anwärtern, die vornehmlich im Haus Helina (ehemals Stephansheim) wohnen, betreue man eine ganze Reihe von Menschen, die den sogenannten „subsidiären Schutz“ (Asylzusage, meist auf Zeit, Anm.) genießen. Hier gibt es etwa das Problem, dass man sich mit 5,50 Euro Taggeld keine Wohnung leisten könne.

Aber auch das dem Betroffenen zustehende Geld lasse oft lange auf sich warten und werde vom Verein vorgestreckt. Lebensmittelgutscheine sind eine weitere Form der Unterstützung. Aktivistin Veronika Stock zu den erfolgreichen Aufrufen zu Sachspenden: „Es ist interessant, wie viele Sachen wir immer wieder hergeben können, ohne dass sie uns abgehen!“

Die jüngste erfolgreich umgesetzte Initiative der Organisation „Willkommen Mensch in Horn“ war eine große Impfaktion gegen FSME („Zeckenimpfung“), bei der die heimischen Ärzte Renate Götschl (links) und Norbert Fischbach (rechte Koje) tatkräftig am Werk waren.  |  Dieter Schewig

Jüngstes erfolgreiches Projekt der „Willkommen“-Aktivisten war eine Zeckenschutz-Impf aktion, die dank einer 5.000-Euro-Spende fast allen Flüchtlingen zugutekommen konnte.

Initiativen wie das erfolgreich laufende Begegnungscafé in Horn ermöglichen nicht nur den in Horn ansässigen Gästen – vornehmlich aus Syrien, dem Irak und Afghanistan – einen Austausch, sie ermöglichen auch ein Kennenlernen über die Stadtgrenze hinaus.

Am Bildungssektor gab es wichtige Initiativen wie eine Info-Aktion über Verhütung, Geburtsvorbereitung und Rollenbilder. Bei Österreich-spezifischen Informationen leistet auch die Broschüre „Angekommen“ des Roten Kreuzes (in vier Sprachen) wertvolle Dienste.