Erstellt am 25. November 2015, 04:58

von Martin Kalchhauser

Windrad-Gegner bei Demo optimistisch. Aktivisten vergleichen ihren Kampf gegen 200 Meter hohe Anlagen im Wald mit Widerstand gegen Hainburg.

Kundgebung nach Demo in Horn: Alfred Schmudermayer, Roland Neuwirth, Franz Radaschütz, Wolfgang Lechthaler, Joachim Angerer und Ewald Schrenk (von links) sandten Appelle aus. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
„100 % erreicht – Wozu das ganze Waldviertel zerstören?“ Landesrat Stephan Pernkopf war – in Anspielung auf das bereits erreichte Ziel in NÖ – der Hauptadressat der Botschaften, die die knapp 200 Teilnehmer der von der Bürgerinitiative „Lebenswertes Sigmundsherberg“ veranstalteten Demonstration in Horn aussendeten. „Hände weg von unseren Wäldern!“ hieß es auf anderen.

Initiative und Altabt gegen die Pläne

Nach dem von der Polizei begleiteten Marsch vom EKZ ins Zentrum, der für Verkehrsbehinderungen sorgte, wandten sich mehrere Redner an die Windrad-Gegner. „Die Betreiber schreiben sich ihre Gutachten praktisch selbst“, kritisierte der Biologe Wolfgang Lechthaler.

So wie Alfred Schmudermayer von der BI „Windparkfrei“ („Mit Windrädern AKWs ersetzen zu können, ist Zweckoptimismus!“) wandte sich auch Altabt Joachim Angerer gegen die Pläne. „Aus kleinen Anfängen können Lawinen werden“, sorgt er sich, dass nach dem Bau einiger Windkraftanlagen viele weitere folgen. Sein Appell: „Helft zusammen, bleibt wach!“

Anlagenbau im Wald ist „ein Verbrechen“

Starke Worte fand der bekannte Musiker Roland Neuwirth: „Es wird alles verbaut und versaut – hemmungslos!“ Es gebe in ganz Österreich nur mehr „eine Region, die das Prädikat Landschaft verdient. Und das ist das Waldviertel.“

Neuwirth bezeichnete die Errichtung 200 Meter hoher Anlagen in Wäldern als „ein Verbrechen“ und verlas Botschaften bekannter Personen, darunter Erni Mangold und Robert Menasse.

Optimismus zeigten Aktivisten wie Lechthaler, Ewald Schrenk und Franz Radaschütz, indem sie die Initiative mit dem Widerstand gegen das Donaukraftwerk Hainburg verglichen: „Es wird ein zähes Ringen. Man wird euch nicht lieben, sondern anfeinden. Aber wenn der Wind-Hype vorbei ist, wird man euch dankbar sein.“

NÖN.at hatte bereits am Wochenende berichtet: