Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:03

von Martin Kalchhauser

Zugunfall: Zwei Rennpferde getötet. Tiere aus Reichharts bei Ludweishofen von Lok erfasst. FJB eineinhalb Stunden gesperrt.

Zwei Trabrennpferde starben bei einem Unfall auf der Franz-Josefs-Bahn. Symboloto:  |  NOEN, Shutterstock/Chris Hellyar

Zwei wertvolle Trabrennpferde starben bei einem Zugunfall auf der Franz-Josefs-Bahn am späten Nachmittag des 14. Dezembers. Der Lokführer, ein 51-jähriger Dietmannser (52), glaubte, auf der Fahrt von Wien nach Gmünd gegen 15.55 Uhr seinen Augen nicht trauen zu können: Auf den Geleisen kamen ihm plötzlich zwei Trabrennpferde entgegen. Trotz einer sofort eingeleiteten Notbremsung wurden die Tiere von der Lok erfasst und getötet.

Lok beschädigt, Strecke

Weil am Triebfahrzeug eine sicherheitstechnische Einrichtung beschädigt worden war, konnte der Zug seine Fahrt nicht mehr fortsetzen. Bis zur Abschleppung durch eine andere Lok musste die Strecke rund eineinhalb Stunden gesperrt bleiben. Im Zug, der mit knapp 50 Fahrgästen und einem Zugbegleiter aus Raisdorf (55) besetzt war, wurde zum Glück durch den Zwischenfall niemand verletzt.

Zur Bergung der beiden Kadaver standen die Feuerwehren Irnfritz und Wappoltenreith mit 20 Helfern im Einsatz. Siegfried Friedrich, Kommandant der FF Irnfritz, über die Anforderungen: „Wir haben die Tiere aus dem Gefahrenbereich gebracht und mussten dafür unter anderem auch eine Seilwinde einsetzen, um sie über die steile Bahnböschung bergen zu können.“ Die toten Pferde wurden von der FF Wappoltenreith weggebracht, bei einer Fleischerei zwischengelagert und von der Tullner Tierkörperverwertung (Firma Saria) abgeholt.

Pferdebesitzer beklagt 9.000 Euro Schaden

Verzweifelt ist der Besitzer der Tiere, Norbert Schöls (61), der in Reichharts, Gemeinde Irnfritz-Messern, bisher vier Trabrennpferde für Rennen in der Wiener Krieau stehen hatte. Aus seiner vom Unfallort über acht Kilometer entfernten Koppel waren die beiden knapp acht Jahre alten Vollblut-Wallache offenbar kurz vor dem Zwischenfall ausgerissen.„Noch nie vorher ist uns ein Tier so weit weggelaufen“, so Schöls. Den Wert der beiden Tiere beziffert er mit „circa 9.000 Euro“.