Erstellt am 06. Oktober 2015, 08:57

von Martin Kalchhauser

Zwei Museen in den „Medaillenrängen“. Besucheransturm in der Nostalgiewelt Eggenburg und in Horn. Aber auch die kleinen Häuser hatten viel zu bieten.

 |  NOEN, Eduard Reininger
Erster Platz! Wie bereits in den vergangenen Jahren war die Nostalgiewelt Eggenburg in der Langen Nacht der Museen der absolute blau-gelbe Besuchermagnet. Mit 903 Besuchern stellte dieses Haus auch wieder viel größere Einrichtungen wie das Stadtmuseum Wiener Neustadt (mit 893 Gästen knapp auf Platz 2) oder die Kremser Sammlungen in den Schatten. „Bronze“ holten in der Landeswertung die Museen der Stadt Horn, in die 633 Gäste kamen.

Viele bunte Programmpunkte

Während in der Nostalgiewelt die Erinnerungen an den legendären „Inspektor Kottan“ im Zentrum standen und der berühmte Kaffeeautomat aus dieser Fernsehserie unzählige Male gedrückt wurde (und natürlich keinen Kaffee hergab, sondern allenfalls die Faust ausfuhr), gab es im benachbarten Krahuletzmuseum (322 Besucher) die Finissage der großen Ausstellung über das Jahr 1934, zu der Kurator Franz Pieler mit einem Grammphon den Originalton dieser Zeit lieferte. Für freundlichere Töne sorgte ein Ensemble der heimischen Musikschule.

„Stahlregen“ in Sigmundsherberg

 Im Motorradmuseum Sigmundsherberg, wo Gastgeber Friedrich Ehn neu gestaltete Ausstellungsräume freigab, gab es einen optisch spektakulären „Stahlregen“. Mario Werndl aus Steyr ließ von einem Hubsteiger aus ein spritziges Stahl-Feuerwerk auf die Wiese vor dem Museum niedergehen. In Horn wurden die Besucher von Slow Food verköstigt, Kinder durften sich künstlerisch betätigen, und wie jedes Jahr kamen wieder zahlreiche Interessenten zu den Führungen durch das Druckereimuseum Berger. Im Zeitbrücke-Museum Gars wurde die Nacht für die Eröffnung der NÖArt-Ausstellung „Berg und Tal“ genutzt.

Auch die „Kleinen“ waren Besuch wert

Nicht gering schätzen darf man die kleinen Einrichtungen wie das Steinmetzhaus Zogelsdorf, so sich Steinbildhauerin Christine Kasem bei der Arbeit an einer Sandsteinskulptur über die Schulter blicken ließ. Köstliches Wildgulasch war dort eine besondere kulinarische Attraktion. Gegenüber führten Fritz Perko und Mitglieder seiner Familie durch das Schloss Zogelsdorf mit seinem dortigen Uniform- und Ordensmuseum. In Röschitz setzten Anneliese und Emmerich Grath heuer den Schwerpunkt auf die Kleinen. In einer Schulklasse von „anno dazumal“ erfuhren die Kinder, wie sich einst der Unterricht abgespielt hat und lernten Behelfe aus dem 50er-Jahren kennen.