Erstellt am 05. November 2015, 12:14

112 Busse für rund 2.100 Flüchtlinge. Am Donnerstagvormittag hielten sich in der Spielfelder Sammelstelle an der Grenze zu Slowenien rund 2.100 Flüchtlinge auf. Man war bei den Einsatzkräften zuversichtlich, den Menschen mit 112 Bussen sowie drei ÖBB-Sonderzügen die Weiterreise zu ermöglichen.

 |  NOEN, APA

Insgesamt hatte sich der Andrang zuletzt etwas verringert. Die Sammelstelle in Bad Radkersburg war in der Früh nicht belegt.

In den nächsten Stunden dürften aber auch in Bad Radkersburg wieder Flüchtlinge ankommen, so die Polizei. Mit den vorhandenen Transportkapazitäten kann die Bewegung Richtung Deutschland bzw. in Transitquartiere "geordnet" abgewickelt werden. Seitens des Roten Kreuzes sprach man von einer "den Umständen entsprechend verhältnismäßig ruhigen Einsatznacht". Die rund 2.100 Menschen konnten die Nacht in beheizten Zelten verbringen, niemand wartete im Freien, um als erster bei den Bussen zu sein.

Etwa hundert kleinere medizinische Versorgungen - u.a. wegen Erkältungen, Kreislaufbeschwerden und Erschöpfungen - wurden in der Nacht im "Medical Center" in einem Zelt vom Roten Kreuz vorgenommen. Eine Person musste in das Landeskrankenhaus Wagna gebracht werden.

In der Früh herrschte im ehemaligen Euroshopping-Center Graz-West eine Belegung durch 1.816 Flüchtlinge und 205 Asylwerber. Beim Roten Kreuz wurde aber betont, dass diese Zahl wie auch jene beim früheren Bellaflora-Markt in Feldkirchen südlich von Graz "durch ständigen Zu- und Abzug variabel ist". In Feldkirchen hielten sich in diesem Zeitraum rund 400 Flüchtlinge und sieben Asylwerber auf. Gegen 10.00 Uhr sollte ein Sonderzug Richtung Norden vom Grazer Hauptbahnhof abfahren.

In Slowenien trafen am Donnerstag bis 6.00 Uhr Früh mehr als 2.200 neue Flüchtlinge aus Kroatien ein, wie aus der aktuelle Polizeistatistik hervorgeht. In knapp drei Wochen, seitdem Slowenien zum Transitland wurde, sind mehr als 148.300 Flüchtlinge in dem kleinen EU-Land angekommen.

Rund 6.000 Menschen befanden sich Donnerstagfrüh in Slowenien. Von denen warteten 3.000 in dem Zeltlager in Sentilj darauf, über den Grenzübergang Spielfeld in die Steiermark zu gelangen. Davon seien gegen 8.00 Uhr bereits 600 Flüchtlinge in Österreich aufgenommen worden, hieß es aus der Polizei. Rund 1.230 Flüchtlinge befanden sich in der Früh in der Unterkunft in der slowenischen Grenzstadt Gornja Radgona, die an Bad Radkersburg angrenzt.

Am gestrigen Mittwoch wurden in Slowenien knapp 7.700 Neuankünfte gezählt, mehr als 7.800 Flüchtlinge setzten laut offiziellen slowenischen Angaben an diesem Tag den Weg nach Österreich fort. In Kroatien kamen am Mittwoch bis 21.00 Uhr knapp 7.800 Flüchtlinge aus Serbien an, teilte das Innenministerium in Zagreb mit.