Erstellt am 16. Mai 2017, 11:21

von APA Red

Krankenkassen erzielten Überschuss. Die Krankenkassen schließen das Jahr 2016 mit einem Überschuss von 113 Millionen Euro ab.

Pharma-Sparpaket brachte 125 Mio. Euro  |  APA (dpa/Symbolbild)

Das geht aus dem nun vorliegenden endgültigen Jahresergebnis hervor, das der Hauptverband am Dienstag veröffentlicht hat. Mit Ausnahme der Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten - minus 26 Mio. - erzielten alle anderen Kassen entweder eine schwarze Null oder ein leicht positives Ergebnis.

Von den Gebietskrankenkassen schafften die Wiener (plus 57 Mio.), die Oberösterreichische (plus 18 Mio.) und die Salzburger (plus 15,5 Mio.) ein positives Ergebnis, alle anderen bilanzierten ausgeglichen. Dass damit das noch im Februar des Vorjahres prognostizierte Defizit in Höhe von 94 Millionen Euro gedreht werden konnte, ist für den neuen Hauptverbands-Chef Alexander Biach "das Ergebnis einer konsequenten positiven Arbeit aller am öffentlichen Gesundheitssystem beteiligten Partner". Wesentlich dazu beigetragen hat das Pharmapaket.

Der zwischen Hauptverband und Pharmawirtschaft abgeschlossene Vertrag zur Kostenbegrenzung bei Medikamenten bescherte den Kassen 125 Mio. Euro, die die Pharmawirtschaft im Vorjahr gezahlt hat. Die Medikamentenkosten sind daher im Vorjahr auch nur um 2,5 Prozent gewachsen. Für heuer wird hier ein Anstieg um 4,3 Prozent erwartet. Die Pharmawirtschaft soll heuer und 2018 je zehn Mio. Euro pro Prozentpunkt Kostensteigerung zahlen, maximal jedoch 80 Mio. Euro pro Jahr.

Für heuer rechnen die Krankenkassen nun insgesamt mit einem Plus von vier Millionen Euro. Im Februar-Voranschlag war noch von einem Defizit von 22 Mio. Euro ausgegangen worden.

Biach gibt als Ziel aus, "dass wir die Sozialversicherung effizient weiterentwickeln und jeder Krankenversicherungsträger ausgeglichen bilanziert, um so medizinische Innovationen und hohe Leistungen qualitativ und nachhaltig sicherzustellen".

Auch wenn in den Bilanzzahlen ein leichter Aufwärtstrend erkennbar ist, bleibt die finanzielle Situation der Kassen für Biach "angespannt". In Umsetzung der Gesundheitsreform, sollen mehr Leistungen aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich verlagert werden. Da die Entlastung der Spitalsambulanzen und die Schaffung von insgesamt 75 neuen Primärversorgungseinheiten bis zum Jahr 2020 ein zentrales gesundheitspolitisches Ziel sind, werden auf die Sozialversicherung steigende Kosten für die medizinische Versorgung im niedergelassenen Bereich zukommen und sich daran die Bundesländer finanziell beteiligen müssen, betonte der Hauptverbands-Vorsitzende in einer Aussendung. "Wir werden daher auch in Zukunft ein Augenmerk auf die Ausgabenseite legen und Effizienzsteigerungen umsetzen".