Erstellt am 17. Mai 2016, 15:38

von APA/Red

2016 werden mehr als 90 Prozent der Migranten in die EU geschleppt. Mehr als 90 Prozent der Migranten, die in die EU einreisen, werden geschleppt. Das ist eine der Kernaussagen des Berichts der europäischen Polizeiagentur Europol und von Interpol.

 |  NOEN, Europol/Interpol
Die Behörden glauben außerdem, dass diese Zahl weiter steigen wird - als Folge der Kontrollmechanismen, welche die Länder entlang der Schlepperrouten eingezogen haben.

Die Polizeiorganisationen erwarten, dass auch die Zahl der Migranten, die in die EU wollen, 2016 weiter steigen wird. Alleine in Libyen würden 800.000 Menschen darauf warten, in die Europäische Union weiterzufahren.

Die Polizeibehörden warnten auch davor, dass ein Anstieg der Schlepperkriminalität auch bedeuten könnte, dass Migranten noch verwundbarer für sexuelle und Arbeitsausbeutung sind, da sie ihre Schulden gegenüber den Menschenschmugglern bezahlen müssen.

Schlepper sind laut Europol und Interpol in lose verbundenen Netzwerken organisiert, die sich über alle Reiserouten erstrecken.

Die Behörden haben nach eigenen Angaben mehr als 250 Hotspots für Menschenschmuggel sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU identifiziert.

Und es ist ein multinationales Milliardengeschäft: Personen aus mehr als 100 Staaten wurden als Verdächtige ausgemacht. 2015 seien etwa fünf bis sechs Milliarden US-Dollar (4,42 bis 5,30 Mrd. Euro) in der Schlepperei umgesetzt worden.

Nicht zuletzt: Europol und Interpol befürchten, dass der Anstieg der Schlepperei auch das Risiko für Terrorattacken erhöht.

Der Europol-Bericht  (pdf)