Erstellt am 16. September 2015, 12:37

von APA/Red

31-Jähriger wegen Mordes an Ex-Freundin vor Gericht. Im Grazer Straflandesgericht musste sich am Mittwoch ein 31-Jähriger wegen Mordes verantworten.

 |  NOEN, APA (Scheriau)

Dem Mann wurde vorgeworfen, heuer im Jänner seine Ex-Freundin getötet zu haben, weil er das Ende der Beziehung nicht verkraften konnte. Die Staatsanwältin sprach von "reinem Egoismus", der Beschuldigte war von Anfang an geständig.

Nach sechsjähriger Beziehung aus der Wohnung geworfen

"Eine Trennung kann sehr belastend sein, aber so ist das Leben", meinte Anklägerin Katharina Tauschmann zu Beginn ihres Eröffnungsplädoyers. Sie führte aus, dass die junge Frau nach sechsjähriger Beziehung den Angeklagten 2012 aus der Wohnung geworfen hatte. Ihr Ex-Freund konnte damit nicht fertig werden. "Sie hat ein glückliches Leben gehabt, und das hat er ihr nicht gegönnt", betonte die Staatsanwältin, für die "tiefe Missgunst" und "reiner Egoismus" die Tatmotive sind.

Der Beschuldigte schilderte emotionslos, dass er zwar eifersüchtig gewesen sei "aber nicht extrem". Bereits zu Weihnachten 2014 habe er erstmals mit dem Gedanken gespielt, die 25-Jährige umzubringen. Aber erst drei bis vier Tage vor der Tat fasste er den festen Entschluss. Er packte eine Gaspistole und ein Messer ein und fuhr am 20. Jänner 2015 zum Arbeitsplatz seiner Ex-Freundin, die als Putzfrau tätig war.

Tödliche Messerstiche versetzt

Sie wollte gerade ihren Arbeitsplatz verlassen, als er dazukam und sie zurück ins Gebäude drängte. Es kam zu einem längeren Kampf, bei dem er ihr laut Gerichtsmedizinerin Regina Gatternig auf den Kopf schlug und sie würgte. Als er ihr die tödlichen Messerstiche versetzte, muss sie bereits das Bewusstsein verloren haben, denn es fanden sich keine Abwehrverletzungen.

"Was kann man da nur empfinden, wenn man auf einen wehrlosen Körper einsticht, ist das eine Freude?", fragte der Richter. "Es war keine Freude, ich war erschrocken", antwortete der Angeklagte. Ein Urteil der Geschworenen wird für Nachmittag erwartet.