Erstellt am 10. November 2015, 14:10

von APA/Red

70.000 Anträge-Marke bei Asylwerbern erreicht. Der weiter dahin rollende Flüchtlingsstrom nach und durch Österreich stellt die Behörden weiter vor Probleme.

 |  NOEN, APA (AFP)

Am Wochenende wurde bereits die Marke von 70.000 Asylanträgen in diesem Jahr erreicht, teilte das Innenministerium mit. Stärkste Gruppe sind mittlerweile die Afghanen. Indes wird es auch in Traiskirchen wieder eng.

In der dortigen Bundesbetreuungsstelle war es zuletzt zwar gelungen, den Belag bei rund 1.800 Personen zu stabilisieren. Angesichts akut fehlender Quartiere mussten nun aber wieder die dortigen Garagen geöffnet werden, um zu verhindern, dass Flüchtlinge ohne Dach über dem Kopf nächtigen müssen. Auch die lokalen Kirchen und die örtliche Moschee nahmen zusätzliche Asylsuchende auf, berichtet der "Standard".

Die Dimension der Flüchtlingswelle lässt sich an der Zahl der Plätze in der Grundversorgung ablesen. Derzeit gibt es 64.588, Anfang des Jahres waren es 31.265. Dabei hat auch der Bund deutlich aufgestockt. Aus 3.702 Plätzen zu Jahresbeginn wurden mittlerweile 7.664. Dazu kommen noch 461 im slowakischen Gabcikovo. Gesamt wurden in diesem Jahr 17 neue Bundesbetreuungsquartiere eingerichtet, die Zeltstädte, diverse Hallen und Polizeiturnsäle noch nicht einmal eingerechnet.

Wirkten die Asyl-Antragszahlen im Jänner mit gut 4.000 schon relativ hoch, werden diese Werte mittlerweile bei weitem überschritten. Seit September ist man im fünfstelligen Bereich. Die vorläufigen Oktober-Zahlen mit 11.101 Anträgen werden wohl nur ein zwischenzeitlicher Rekord sein. Denn für November werden mehr als 14.000 Asylansuchen erwartet.

Auffällig ist, dass die Afghanen in den letzten Wochen wieder zur stärksten Asylwerber-Gruppe geworden sind. Besonders deutlich spürbar war dies vergangene Woche, als gleich 1.551 Ansuchen von Afghanen kamen. Im Vergleich dazu gab es nur 917 Ansuchen von Syrern. Für Afghanen ist es auch besonders wichtig, noch bis Mitte November einen Asylantrag zu stellen. Denn ab da sollen nach den Regierungsplänen für subsidiär Schutzberechtigte deutlich strengere Regeln für den Familiennachzug mit einer Wartezeit von drei Jahren (bisher eines) gelten und gerade bei Afghanen wird besonders oft nur dieses "Asyl light" gewährt.