Erstellt am 30. März 2016, 15:35

Acht Jahre Haft für rumänischen Vergewaltiger. Ein 38-jähriger Rumäne ist am Mittwoch am Landesgericht Salzburg wegen Vergewaltigung zu acht Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der Mann hatte sich bis zuletzt nicht geständig gezeigt und war dann bei der Urteilsverkündung in Tränen ausgebrochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

 |  NOEN, APA (dpa/Symbolbild)

Der Beschuldigte hatte gegenüber dem Vorsitzenden des Schöffensenates, Richter Roland Finster, erklärt dass die 17-Jährige dem Sexualverkehr zugestimmt und dafür 50 Euro von ihm erhalten habe. Doch laut Staatsanwältin Barbara Fischer - sie hielt die Angaben des Mädchens für absolut glaubhaft - hat sich der Vorfall völlig anders und äußerst brutal zugetragen.

Sowohl der 38-Jährige als auch die Jugendliche waren am 8. August gegen 20.00 Uhr mit dem Fahrrad am Geh- und Radweg entlang der Salzach unterwegs. Der Mann habe das Mädchen überholt, es mit einem Stoß gegen die Schulter zu Sturz gebracht, samt dem Rad in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt, schilderte die Staatsanwältin. "Er hielt ihr den Mund zu, damit man ihre Schreie nicht hören konnte, er riss ihr die Kleider herunter, schlug sie und drohte ihr mit dem Umbringen."

Der Beschuldigte habe die Jugendliche mehrfach vergewaltigt - vaginal, anal und oral, erklärte Fischer. Als er unaufmerksam gewesen sei, sei das Mädchen nackt und kreischend davongelaufen. Ein Passant und ein Radfahrer nahmen es in Schutz und alarmierten die Polizei. "Der Angeklagte fuhr mit dem Rad weg. Erst durch ein DNA-Gutachten und anhand von Spuren auf dem T-Shirt und in der Vagina des Opfers konnte der Mann ausgeforscht werden." Er wurde am 29. September in Rom verhaftet und im Dezember nach Salzburg ausgeliefert.

Rechtsanwalt Rieder forderte für das Mädchen ein Teilschmerzensgeld von insgesamt 11.000 Euro. "Die körperlichen Blessuren sind schon längst verheilt. Was bleiben wird, ist das schwere psychische Trauma. Sie hat sich noch keiner Behandlung unterziehen können, sie ist noch nicht so weit. Sie kann das Ganze noch nicht an sich heranlassen. Das ist ein Hinweis auf die Schwere des Traumas."

Der Angeklagte selbst stellte den Vorfall beim Treppelweg völlig harmlos dar. Er habe das Mädchen auf einer Brücke getroffen. "Da haben wir vereinbart, dass wir Sex machen", übersetzte eine Gerichtsdolmetscherin seine Angaben. Zuerst sei die Jugendliche nicht einverstanden gewesen. Doch als er ihr sein Geld gezeigt habe, habe sie auf einen 50-Euro-Schein gedeutet. Sie hätten zweimal "ganz normalen Vaginalverkehr" gehabt und sich dazwischen zum Fluss gesetzt, erklärte der Rumäne. "Wir haben über die Familien gesprochen, gescherzt und gelacht. Sie hätte jederzeit wegrennen können." Warum sie dann doch schreiend weggerannt und einer Person in die Arme gelaufen sei, habe er nicht verstanden.

Laut Staatsanwältin Fischer war der Angeklagte am 28. Juli nach Österreich gereist, um Arbeit als Lkw-Fahrer zu suchen. Der Gelegenheitsarbeiter habe zunächst in einem Park in der Stadt Salzburg genächtigt. Am 8. August habe er ein Zelt beim Treppelweg im Wald aufstellen wollen. Der Mann sei in Rumänien bereits sechsmal vor Gericht gestanden, davon viermal wegen Diebstahls. Eigenen Angaben zufolge hat er in seiner Heimat zwei Kinder und eine Lebensgefährtin.

Weder Fischer noch Verteidiger Maxim Grobovschek gaben eine Erklärung ab. Der Schöffensenat nahm allerdings nicht eine mehrfache, sondern eine einfache Vergewaltigung des 17-jährigen Opfers an.