Erstellt am 18. November 2015, 14:14

Am Wochenende kommt der Winter. Bald ist Schluss mit dem Frühling im November. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) prognostizierte, ist nur noch der Donnerstag mild, am Freitag erreicht dann von Norden kommend eine Kaltfront Österreich.

 |  NOEN, APA (dpa)

Die Temperaturen gehen innerhalb weniger Stunden von um die 20 Grad auf den Gefrierpunkt zurück. Für das Wochenende ist sogar Schneefall angesagt.

Der November war bisher ungewöhnlich warm. "Hitze"-Pol war dabei Köflach in der Steiermark, mit 24,5 Grad Celsius am 9. November. "Es war eine der wärmsten ersten Novemberhälften der 248-jährigen Messgeschichte, in den Niederungen lag die Temperatur um rund vier Grad über dem vieljährigen Mittel, am Sonnblick sogar um sechs Grad Celsius", sagte Alexander Orlik von der ZAMG.

Beachtlich ist in diesem November auch die Zahl der Tage mit mehr als 15 Grad. "In Wien gab es in diesem November bisher zehn Tage mit mindestens 15 Grad, im vieljährigen Durchschnitt sind es nur zwei. Innsbruck erlebte 14 Tage mit mindestens 15 °C, im Mittel sind es hier vier Tage. In Klagenfurt waren es in diesem November sechs Tage, im Mittel gibt es hier im November nur einen Tag mit mindestens 15 °C."

Der am Mittwoch vorherrschende stürmische Wind kündigte bereits eine Änderung der Wetterlage an. Im Norden Europas herrschte schon polare Kaltluft, in Norwegen und Schweden gab es am Mittwoch nur noch Temperaturen um die null Grad. In Österreich erreichte der Wind Spitzen zwischen 60 und 80 km/h. Vereinzelt wurden auch um die 100 km/h gemessen, wie in Melk mit Böen bei 110 km/ und in Enns bei 96 km/h.

Am Donnerstag wird es noch einmal mild und überwiegend sonnig, die Höchsttemperaturen liegen in den meisten Regionen zwischen 14 und 19 Grad. Auch auf den Bergen ist es relativ mild, in 2.000 Meter Höhe hat es zwischen vier und acht Grad. Der Wind bleibt auf Bergen kräftig bis stürmisch, in den Niederungen lässt er im Vergleich zum Mittwoch etwas nach.

In der Nacht auf Freitag erreicht dann die Kaltfront auch Österreich. Im Laufe des Tages beginnt es in vielen Regionen zu regnen und auf den Bergen zu schneien. Die Schneefallgrenze liegt laut ZAMG anfangs noch um 2.000 Meter, sinkt bis zum Abend oder spätestens in der Nacht auf Samstag dann größtenteils auf 1.500 bis 1.000 Meter. Im Süden bleibt es allerdings noch sonnig und trocken.

Das Wochenende wird dann winterlich kalt. In den Tälern hat es nur noch null Grad, im Flachland etwa sieben Grad. Am Samstag regnet es in den Niederungen, im Bergland wird es tief winterlich, die Schneefallgrenze liegt nur noch zwischen etwa 400 und 900 Meter. Mit Temperaturen um die minus zehn Grad können auf Passstraßen die Fahrbahnen schneebedeckt sein. Auch auf der Brenner-Autobahn könnte der Schneefall am Samstag für Probleme sorgen.

Am Sonntag schneit es vor allem noch an der Nordseite der Alpen zeitweise. Überall sonst ziehen nur einzelne Schnee- oder Regenschauer durch, und die Wolken lassen zeitweise die Sonne durch. Aber es bleibt weiterhin kalt mit Höchstwerten zwischen null und sechs Grad.

Die Schneemengen, die am Wochenende im Hochgebirge zusammen kommen, wird vor allem die Skifahrer freuen. Oberhalb von etwa 2.000 Meter sind verbreitet 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee zu erwarten, vereinzelt auch um 70 Zentimeter, wie in der Arlberg-Region.

Auch nächste Woche bleibt es kalt und niederschlagsreich. Für die künstliche Beschneiung in den Skigebieten dürften die Temperaturen die ganze Woche passen, so die ZAMG.

Der massive Temperatursturz wird einigen zu schaffen machen. In Mitteleuropa sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung wetterfühlig. Bestimmte Wetterlagen sind für einzelne Gruppen immer ein Nachteil. In einem sehr kalten und feuchten Winter leiden zum Beispiel vor allem Rheumatiker und Menschen mit Entzündungen. Eisig-trockene Winterluft sorgt hingegen vor allem bei Asthmatikern für Beschwerden. Feuchtigkeit, Kälte oder Trockenheit macht Herz-Kreislauf-Patienten eher weniger Probleme. Wechseln Temperaturen allerdings sehr rasch und kommt es somit zu Druckunterschieden, muss auch diese Gruppe mit Beschwerden rechnen.