Erstellt am 14. September 2015, 12:17

von APA Red

Andrang in Nickelsdorf reißt nicht ab. In Nickelsdorf reißt der Zustrom der Flüchtlinge, die von Ungarn nach Österreich kommen, weiter nicht ab.

 |  NOEN, Birgit Böhm-Ritter
"Wir bringen die Leute von hier leider nicht im gewohnten Tempo weg. Es stockt sozusagen", sagte Polizeisprecher Gerald Pangl Montagvormittag vor Journalisten.

Man traue sich schon fast keine Schätzungen mehr über die Anzahl der wartenden Menschen abzugeben. Mittlerweile dürften es mehr als 7.000 sein. Wann der Bustransport in vollem Umfang wieder aufgenommen wird, war vorerst nicht absehbar.

Sonderzug mit rund 500 Personen in Richtung Wien abgefahren

Ein Sonderzug sei mit rund 500 Personen in Richtung Wien abgefahren. Ob Wien auch das Ziel ist, war nicht bekannt. Ein einzelner Bus mit Flüchtlingen sei ebenfalls abgefahren: "Da werden jetzt die kleineren Quartiere befüllt, die gestern noch angeboten wurden", etwa in Pfarrhöfen.

"Es laufen ständig Gespräche und man versucht, in allen möglichen Richtungen Unterkünfte freizubekommen oder eben Plätze, wo man die Leute wenigstens einmal fürs erste unterbringen kann." Die wartenden Menschen seien trotz stundenlanger Wartezeiten immer noch sehr diszipliniert.

Aus Ungarn sei weiterhin nur zu hören, wenn ein weiterer Sonderzug ankomme, und das nur sehr kurzfristig. Welche Lager jetzt wirklich geleert oder geöffnet würden und wie groß der zu erwartende Zustrom sei, dazu habe man bis jetzt keine offiziellen Informationen. Wann der Andrang seinen Höhepunkt erreiche, lasse sich derzeit nicht sagen, so Pangl.

Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten

Denkbar sei, dass man versuchen werde, nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten wie Sporthallen und Veranstaltungssälen zu suchen. Das nächste Problem sei, dass die Flüchtlinge dort nicht bleiben wollten: "Die machen sich dann wieder selbstständig. Die Koordinierung wird auch immer schwieriger."

Der Bahnhof Nickelsdorf sei gerade "relativ frei", die Lage sei relativ ruhig, wenn nicht gerade ein Sondertransport laufe. Mittlerweile stehen Polizisten bei den Zufahrten zum abgezäunten Bereich an der Grenze: "Man möchte damit verhindern, dass die Leute wieder die Straße (die B10, Anm.) belagern. Die Sperre der Ostautobahn (A4) im Bereich der Grenze sei mittlerweile aufgehoben. Die Sperre war erforderlich geworden, weil sich wieder Flüchtlinge auf der Fahrbahn befunden hatten.