Erstellt am 01. Juni 2016, 13:41

von APA/Red

Arbeitslosigkeit im Mai weiter gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai um 2,5 Prozent auf 405.470 Menschen gestiegen.

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Dramatisch ist die Situation bei den Langzeitarbeitslosen, wo es im Jahresvergleich ein Plus von 87 Prozent gab. Gleichzeitig sind die Arbeitslosen immer länger ohne Job - im Mai waren es bereits 126 Tage, ein Zuwachs von zwölf Tagen im Vergleich zum Mai 2015.

Einmal mehr waren besonders Ältere und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Personen ab 50 Jahren gab es einen Zuwachs von 6,1 Prozent auf 93.859 Personen, bei Ausländern stieg die Zahl um 4,6 Prozent auf 94.976. Einen Lichtblick gab es hingegen bei den Männern, wo die Arbeitslosenzahl stabil blieb, während sie bei Frauen um 2,8 Prozent nach oben ging.

Die Arbeitslosenquote nach Eurostat gab um 0,1 Prozentpunkt auf 5,8 Prozent nach, bei Jugendlichen reduzierte sie sich um 0,5 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. Die Zahl der Lehrstellensuchenden erhöhte sich um 3,7 Prozent, gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Lehrstellen um 9,2 Prozent.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 3,57 Millionen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen legte um 41 Prozent zu. In absoluten Zahlen ist der Wert allerdings weniger beeindruckend: Vor einem Jahr gab es 12.089 offene Stellen, heuer waren es 41.591.

Nach Branchen betrachtet zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Während am Bau (minus 8,1 Prozent) und bei den Zeitarbeitnehmern (minus 2,8 Prozent) ein Rückgang verzeichnet wurde, gab es im Handel ein Plus von 2,4 Prozent, im Tourismus waren um 0,3 Prozent mehr ohne Job.

Nach Bundesländern betrachtet gab es ebenfalls ein differenziertes Bild: Am stärksten war der Anstieg in Wien und Oberösterreich mit jeweils 2,7 Prozent, während es in Tirol einen Rückgang von 5,1 Prozent gab und in Salzburg das Minus 4,2 Prozent betrug.

Als Grund für den weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen nennt das Sozialministerium die Zunahme der Zahl der Jobsuchenden durch die Erhöhung des Pensionsalters und den Zuzug aus dem Ausland. Aber auch 24.461 anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte waren im Mai auf der Suche nach einem Job, das ist ein Plus von 49 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres.

9.840 kamen aus Syrien, 4.840 aus Afghanistan und 3.410 aus Russland. Rund zwei Drittel von ihnen hatten nur Pflichtschulausbildung, geht aus Zahlen des AMS hervor.

Doch nicht nur der Zuzug erhöht das Arbeitskräfteangebot bei gleichzeitig 405.470 Personen in Arbeitslosigkeit bzw. Schulung. Auch die beiden Großpleiten von Zielpunkt und bauMax hinterlassen weiterhin deutliche Spuren in der Arbeitslosenstatistik. 798 ehemalige Mitarbeiter von Zielpunkt suchen noch einen Job, bei bauMax sind es 149.