Erstellt am 05. Juni 2016, 17:30

von APA Red

Auer gewann in Lausitz als erster Österreicher DTM-Rennen. Lucas Auer hat am Sonntag Motorsport-Geschichte geschrieben. Der Tiroler gewann am Sonntag auf dem Lausitzring als erster Österreicher einen Lauf des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM).

Achtungserfolg für Lucas Auer  |  NOEN, APA

Der Mercedes-Pilot fuhr von der Pole Position souverän zum ersten Sieg. "Die DTM ist eine fantastische Serie. Da als erster Landsmann zu gewinnen, macht mich stolz", war der 21-Jährige überwältigt.

Auer ist der erste Österreicher in der 32-jährigen Geschichte der prestigeträchtigen Tourenwagenserie, der ein Rennen für sich entscheiden konnte. "Ich bin überglücklich, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", meinte er nach dem Zieleinlauf. "Mein Speed war unglaublich, es war einfach grandios. Jetzt zum Kreis der Rennsieger in der DTM zu gehören, ist ein wahnsinniges Gefühl."

Im einstündigen Rennen, dem sechsten Lauf der diesjährigen Saison, führte der Neffe von Ex-Formel-1-Fahrer Gerhard Berger bis auf die Phase der Boxenstopps das 24 Fahrer starke Feld an. Am Ende fuhr er 3,763 Sekunden vor Audi-Mann Mattias Ekström aus Schweden über die Ziellinie. Platz drei ging an den Kanadier Robert Wickens, der Mercedes-Pilot übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung.

Auer war das zweite Mal in seiner DTM-Karriere von der Pole-Position gestartet. Im Vorjahr war er auf dem Nürburgring bereits auf dem besten Startplatz gestanden. "Ich muss sagen, das war ein unglaubliches Qualifying", kommentierte Auer sein Zeittraining. Beim Start rückte er vor der ersten Kurve routiniert nach innen und bot den Kontrahenten keine Überholmöglichkeit. "Es war unheimlich wichtig, beim Start vorne zu bleiben. Das hat geklappt. Danach war jede Runde wie eine Qualifying-Runde", sagte Auer.

Nach seinem Boxenstopp kehrte er als Siebenter auf die Strecke zurück. Während sich hinter ihm spannende Kämpfe um die Positionen abzeichneten, fuhr Auer das Rennen ungefährdet und fehlerlos zu Ende. "Ich wusste, dass er den Speed hat. Es war total verdient und souverän. Er konnte spielen mit der Konkurrenz", würdigte der einstige Mercedes-Motorsport-Chef und jetzige ARD-Experte Norbert Haug die Leistung des 21-Jährigen.

Auch für Auers Team Mücke Motorsport aus Berlin-Altglienicke, das auf dem Lausitzring sein Heimrennen hatte, war es der Premierensieg in der DTM. "Der Peter ist 100 Prozent Motorsport, der verdient es am meisten", sagte der siegreiche Pilot in Richtung von Teamchef Peter Mücke, der seit 2005 einen Rennstall in der prestigeträchtigen Serie betreibt.

Zuvor war Auer in 23 DTM-Rennen nie besser als Sechster gewesen. Diesen Platz fuhr er sowohl beim Heimrennen 2015 in Spielberg als auch wenige Wochen später auf dem Nürburgring nach seiner Pole Position heraus. Heuer war er als Siebenter am Vortag in der Niederlausitz erst einmal in die Punkteränge gefahren.

Der EuroSpeedway Lausitz zählt nicht zu den erklärten Lieblingsstrecken des Kufsteiners. Allerdings hatte der Sohn von Bergers Schwester Claudia im August 2012 im deutschen Formel-3-Cup bereits ein Rennen auf dem Kurs im deutschen Bundesland Brandenburg gewonnen. In die DTM war er 2015 gewechselt, davor war er in der europäischen Formel 3 gefahren.

"Er ist schnell und hat einen Killerinstinkt. Und er ist gut beim Überholen", hatte ihn der berühmte Onkel einmal gelobt. Später soll Berger, der die Karriere seines Neffen immer genau, aber auch kritisch verfolgt hat, gemeint haben, dass ihn Auer nur anrufen brauche, wenn er ein Rennen in der DTM gewonnen hat. "Dann melde ich mich halt mal bei ihm", sagte Auer am Sonntag mit einem breiten Grinsen im ARD-Interview.