Erstellt am 01. Oktober 2015, 12:20

von APA/Red

Alternativer Nobelpreis im Zeichen der Anti-Atombewegung. Die diesjährigen Right Livelihood Awards ("Alternative Nobelpreise", RLA) stehen heuer unter anderem im Zeichen der weltweiten Anti-Atombewegung.

Marshallinseln-Außenminister de Brum setzt sich gegen Atomwaffen ein  |  NOEN, APA (epa)

Der nicht dotierte Ehrenpreis 2015 geht an das Volk der Marshallinseln und deren Außenminister Tony de Brum, die versuchen, die Atommächte der Erde mit völkerrechtlichen Mitteln zur Einhaltung ihrer Pflichten aus dem Atomwaffensperrvertrag zu zwingen.

Die weiteren, mit jeweils einer Million Kronen (105.789,88 Euro) dotierten Preise gehen an die kanadische Urbevölkerungs-Expertin Sheila Watt-Cloutier, die Uganderin Kasha Jaqueline Nabagesera für ihren Einsatz für die Rechte sexueller Minderheiten in Afrika sowie an den italienischen Arzt und Antikriegs-Aktivisten Gino Strada.

"Mit ihrer unermüdlichen Arbeit, an den Schauplätzen globaler Krisen und in Gerichtssälen, verteidigen sie die Werte, die vor 70 Jahren zur Gründung der Vereinten Nationen führten. Im Angesicht sich zuspitzender humanitärer Notstände bieten sie konkrete Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Krieg, Klimawandel und Diskriminierung", so die zusammenfassende Charakterisierung der vier Preisträger durch den Geschäftsführer der Stiftung, Ole von Uexküll."

Die Alternativen Nobelpreise wurden vor 35 Jahren vom Onkel des Geschäftsführers, dem Philanthropen und Vordenker Jakob von Uexküll, ins Leben gerufen. Im Vorjahr hatte die Verleihung an den US-Aufdecker und ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden für Aufregung gesorgt, weil die Information einen Tag vorher an das Stockholmer Außenministerium durchgesickert war. Die traditionelle Bekanntgabe der Preisträger im dortigen Pressezentrum wurde daraufhin gestrichen. Inoffiziellen Informationen zufolge kam die Order direkt vom damaligen Außenminister Carl Bildt.