Wien

Erstellt am 08. November 2017, 07:46

von APA Red

Pöltl nach Sieg gegen Chicago nicht restlos zufrieden. Jakob Pöltl und seine Toronto Raptors haben am Dienstag in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA den erhofften Pflichtsieg eingefahren.

Der Österreicher in 10:57 Minuten auf sechs Punkte und drei Rebounds  |  APA

Die Kanadier setzten sich zu Hause gegen die Chicago Bulls nach zwischenzeitlich deutlicher Führung mit 119:114 durch. Pöltl kam in 10:57 Minuten Spielzeit auf sechs Punkte und drei Rebounds. Sein Team hält nun bei einer Saisonbilanz von 6:4 Siegen.

Stammcenter Jonas Valanciunas, hinter dem Pöltl mit dem Brasilianer Lucas Nogueira um Einsatzminuten kämpft, zeigte mit 21 Punkten und zehn Rebounds auf. Topscorer war DeMar De Rozan mit 24 Zählern, vier davon in der Schlussminute. Davor hätten die Raptors beinahe eine komfortable 23-Punkte-Führung verspielt. Bis auf drei Zähler kamen die Bulls heran.

"Wir haben über große Strecken sehr gut gespielt", sagte Pöltl der APA - Austria Presse Agentur. Defensiv ließen die Raptors nach der Pause aber deutlich nach. Pöltl: "Das sollte eigentlich nicht sein. Gegen die meisten Teams können wir uns das nicht erlauben." Chicago kassierte die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen. Eine Spitzenmannschaft sind die Bulls derzeit nicht.

Pöltl kam erst als zwölfter Mann auf das Parkett, war aber besser im Spiel als Nogueira (0 Punkte). Der Wiener scorte auch in der zehnten Saisonpartie - einmal mit Kontakt in der Zone, einmal per Hakenwurf und einmal mit einem Tip-in. "Es waren ein paar gute Finishes dabei", meinte Pöltl. Dafür hätte er auch Würfe vergeben, die er sonst verwerte. Am Ende stand eine Quote von 50 Prozent.

"Ich finde, es war ein ganz solides Spiel", sagte der 22-Jährige. Restlos zufrieden war Österreichs NBA-Export mit seiner Leistung aber nicht, stand er doch im Schlussviertel auch auf dem Parkett, als der Vorsprung der Raptors dahinschmolz. "Ich würde von mir auch erwarten, dass ich das Spiel konstant besser spiele."

Die Einsatzminuten sind zuletzt etwas zurückgegangen. "Im Moment sind wir ziemlich fix in einer Dreierrotation", erklärte Pöltl. Sowohl Nogueira als auch er selbst hätten in den vergangenen Wochen einige gute Spiele gehabt. Und Valanciunas war gegen Chicago wie bereits zum Saisonauftakt im Oktober enorm stark. Pöltl: "Es haben sich alle drei von uns verdient zu spielen."

Mit Fortdauer der Saison werden aber irgendwann nicht mehr alle Akteure zum Einsatz kommen können. Die Rotation wird gekürzt. "Es wird die Zeit kommen, in der wir eine Entscheidung treffen müssen", bestätigte Raptors-Coach Dwane Casey der APA. Die Situation sei für alle Akteure schwierig.

"Es ist nichts, das Jakob falsch gemacht hat. Es ist auch nichts, das Lucas falsch gemacht hat", betonte Casey. "Beide haben ihre Stärken und Schwächen." Für Pöltl spricht, dass er sich erst in seiner zweiten NBA-Saison befindet - und ihm die Raptors enormes Potenzial bescheinigen.

Die nächste Bewährungsprobe gibt es bereits am Donnerstag erneut zu Hause gegen die New Orleans Pelicans, die mit Anthony Davis und DeMarcus Cousins das beste "Big Man"-Duo der NBA stellen. Davis steuerte am Dienstag zum 117:112-Sieg bei den Indiana Pacers 37 Punkte und 14 Rebounds bei. Cousins kam auf 32 Zähler und 13 abgesprungene Bälle.

"Das wird sicher eine Challenge", meinte Pöltl, der in der Vorsaison bereits das zweifelhafte Vergnügen hatte. "Das sind beide All-Stars. Sie spielen sehr gut und spielen auch gut zusammen." Vorbereiten will sich der Österreicher aber nicht anders als auf andere Gegner. "Im Endeffekt bleibt es eine Teamdefense." Nur so sei das Duo zu stoppen.