Erstellt am 29. August 2016, 14:12

Hofer würde Ort der Neujahrsansprache verlegen. Norbert Hofer würde den Ort der Neujahrsansprache verlegen, sollte er Bundespräsident werden. Der freiheitliche Kandidat kann sich etwa ein Seniorenheim anstelle des Amtssitzes in der Hofburg vorstellen, sagte er am Montag.

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Hofer erklärte abermals sein Wahlprogramm und lobte dabei einige rot-schwarze Regierungsmitglieder, die gute Arbeit leisten würden.

"Heraus aus der Hofburg, hin zu den Leuten" will Hofer laut eigener Aussage zu Jahresbeginn gehen. Die traditionelle Neujahrsansprache würde er dann etwa in ein Seniorenheim verlegen - "gerne mit einer älteren Frau oder einem älteren Herren". Dabei solle es aber nicht bleiben. In weiterer Folge kann sich der freiheitliche Kandidat unter anderem einen Kleinbetrieb als Aufzeichnungsort oder einen Bauernhof vorstellen.

Hofer versprach bei der erneuten Vorstellung seines Wahlprogramms eine besonnene Amtsführung, sollte er die Stichwahl gewinnen, "da das Wort des Bundespräsidenten schweres Gewicht hat". Demokratische Entscheidungen würden respektiert, Wahlgewinner sollten als erstes mit der Regierungsbildung beauftragt werden. Erneut betonte er, dass er nach einer möglichen Angelobung seine Parteimitgliedschaft bei der FPÖ ruhend stellen würde.

Dementsprechend lobte Hofer auch Mitglieder der jetzigen Koalition, wie Außenminister Sebastian Kurz, Innenminister Wolfgang Sobotka (beide ÖVP) sowie Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ). "Diese drei Personen machen einen guten Job", bemerkte er - "und ich hoffe, dass ich gut kooperieren werde". Der Freiheitliche glaubt auch, dass die derzeitige Regierung bis 2018 halten werde, da die aktuellen Umfragewerte nicht gerade gut seien.

Sachpolitische Meinungsschwenks gab es von Hofer, wie zu erwarten, nicht. "Natürlich ist ein Bundespräsident kein Minister oder Mandatar, aber er steht für gewisse Inhalte, betonte er. So zeigte er sich abermals als TTIP-Gegner sowie als Freund der direkten Demokratie. Erfolgreiche Volksbegehren sollten - nach vorheriger Prüfung durch den Verfassungsgerichtshof - im Parlament behandelt werden. Sollte der Nationalrat nicht zustimmen, müsse es zu einer Volksabstimmung kommen.

Mehr Bürgernähe und Subsidiarität wünscht sich Hofer auch in der Europapolitik. Bei "großen Themen" wie Asyl und Sicherheit müsse hingegen mehr zusammengearbeitet werden. Der Freiheitliche kann sich eine "Union in der Union" für Österreich vorstellen. Dies etwa mit Kroatien, Ungarn und Tschechien. In der Flüchtlingspolitik ist Hofer weiterhin davon überzeugt, dass es sich eher um eine Migrationskrise handle und will Zuwanderern erst nach drei Jahren den Zugang zu Transferleistungen ermöglichen.

Hinsichtlich eines möglichen Wahlsiegs zeigte sich Hofer erwartungsgemäß zuversichtlich, bei allem Optimismus dürfe man aber noch nicht siegessicher sein. Energie für den mittlerweile dritten Wahlkampf gebe es zumindest genug. "Ich bin hoch motiviert, ich bin ein Workaholic", sagte er und: "Schlafen kann man am 3. Oktober auch noch."