Erstellt am 23. August 2016, 11:49

Van der Bellen setzt noch einmal auf "Heimat". Der Grüne Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen setzt bei der Plakatkampagne für die Wiederholung der Stichwahl wieder auf den Begriff "Heimat".

Van der Bellen stellt Plakate vor  |  APA

Für ihn sei dies verbunden mit der Verpflichtung, "dass sich auch alle in dieser Heimat Österreich wohlfühlen können", meinte Van der Bellen am Dienstag beim Palais Schönburg. Er sei "mehr denn je bereit", am 2. Oktober wieder zu gewinnen.

Die Location der Pressekonferenz hat Van der Bellen bisher offenbar Glück gebracht, präsentierte er dort doch schon seine bisherigen Plakatwellen und hielt dort im Mai auch seine Siegesrede. Dass man drei Monate später - aufgrund der Aufhebung der Stichwahl durch den Verfassungsgerichtshof - hier wieder eine Plakatpräsentation mache, hätte man nicht gedacht, räumte Wahlkampfmanager Lothar Lockl ein. Angesichts der Unterstützung der vergangenen Wochen sei er aber zuversichtlich, "dass der nächste Bundespräsident wieder Alexander Van der Bellen heißen wird".

Stolz zeigte sich Lockl einmal mehr über die mehr als eine Million Euro, die aus der Bevölkerung bisher für die Kampagne gespendet wurden. Dadurch seien diesmal rund 3.000 Großflächenplakate (statt vorher 1.900) und 22.000 Kleinflächenplakate (bisher 13.000) möglich, auch in kleineren Gemeinden. Die Kosten konnte Lockl auf Nachfrage noch nicht nennen, ob es mehrere Plakatwellen geben wird, verriet er ebenfalls nicht.

Ab Ende der Woche werden nun jedenfalls die fünf Sujets zu sehen sein, die einerseits Van der Bellen als "Staatsmann" inszenieren und andererseits seine klare Haltung pro EU betonen sollen. Dementsprechend verwendete das Team der Agentur Jung von Matt/Donau diesmal auf vier von fünf Motiven die österreichischen Fahnenfarben rot-weiß-rot als Hintergrund.

"Das Ansehen Österreichs betrachte ich als Kapital", das man sorgfältig behandeln müsse, erklärte der Kandidat selbst zum Slogan "Unser Präsident. FÜR DAS ANSEHEN ÖSTERREICHS". "Ich glaube, der Bundespräsident - ich - kann dazu beitragen, dieses Ansehen zu fördern", gab sich Van der Bellen selbstsicher. Bestärkt sei er durch die Reaktionen aus dem In- und Ausland nach seinem ersten Sieg. Als eindeutige Gegenpositionierung zum freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer ist auch das zweite Sujet, "GEMEINSAM STÄRKER. Nein zum Öxit.", zu verstehen. Er sei der Überzeugung, "dass wir gemeinsam immer stärker sind als isoliert". Auch wenn in der EU nicht alles in Ordnung sei, sei schon jedes Gerede und Spekulieren mit einem Austritt "schädlich".

"FÜR UNSER VIELGELIEBTES ÖSTERREICH." ist das einzige Plakat, das den langjährigen Grünen-Chef vor einer Landschaft zeigt - diesmal allerdings keine bergige aus Tirol, sondern das flache nördliche Burgenland. Es gehe um die Verpflichtung, "dass sich auch alle in dieser Heimat Österreich wohlfühlen können", dazu gehöre es, den Gedanken der Solidarität ernst zu nehmen, erläuterte Van der Bellen mit Verweis auf die Schere zwischen Arm und Reich.

Sein Amtsverständnis will Van der Bellen mit dem Sujet "VERNÜNFTIG ENTSCHEIDEN. Verlässlichkeit statt Extreme." bewerben. Der Bundespräsident sei nicht gezwungen, auf tagespolitische Schlagzeilen zu achten, stattdessen könne er viel dazu beitragen, die Vernunft zu betonen und Ruhe zu bewahren. Das fünfte Plakat betont schließlich den Slogan "MEHR DENN JE." In den vergangenen Wochen sei er oft gefragt worden, ob es ihm nicht langsam reicht, erzählte Van der Bellen. "Und ich sag': Mehr denn je will ich das werden."