Erstellt am 01. Juni 2016, 11:12

von APA/Red

Brandstiftung: Neugebaute Flüchtlingsunterkunft abgebrannt. In Altenfelden (Bezirk Rohrbach) in OÖ ist in der Nacht auf Mittwoch eine noch nicht bewohnte Flüchtlingsunterkunft abgebrannt.

Die Helfer rückten mit 100 bis 120 Einsatzkräften aus  |  NOEN, APA (fotokerschi.at)

48 Personen hätten demnächst dort einziehen sollen, der Schaden beträgt laut Rotem Kreuz 300.000 Euro. Die Brandursache war vorerst noch Gegenstand von Ermittlungen, weder Brandstiftung noch ein anderer Grund wie etwa ein Kabelbrand könne ausgeschlossen werden, hieß es.

100 bis 120 Feuerwehrleute standen seit etwa 2.00 Uhr im Einsatz, ein Teil war auch am Vormittag noch an der Brandstelle. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Die Holzriegel-Fertigteilhäuser wurden laut Quartierbetreiber Rotem Kreuz völlig zerstört. Man gehe aber davon aus, sie wieder aufzubauen, unabhängig von der Brandursache, so Sprecher Stefan Neubauer Mittwochfrüh. Gewaltandrohungen oder Ähnliches habe es im Vorfeld nicht gegeben, betonte er.

48 Personen hätten die Anlage beziehen sollen. Eine Zuteilung sei aber noch nicht erfolgt, erklärte Neubauer. Man hätte die Plätze in den nächsten Tagen als verfügbar eingemeldet.

Zwei Brandherde an Außenmauer

Die oö. Polizei hat am Nachmittag ebenfalls bestätigt, dass der Brand in dem noch unbewohnten Asylquartier in Altenfelden (Bezirk Rohrbach) gelegt worden ist. Man habe zwei Brandherde an der Außenmauer des Holzgebäudes gefunden. Die eingesetzten Spürhunde haben aber keine Hinweise auf Brandbeschleuniger entdeckt, so Polizei-Sprecher Bernd Innendorfer.

Ein Hinweis zu möglichen Tätern gebe es vorerst nicht, sagte Innendorfer. Neben dem Landeskriminalamt wurde das Landesamt für Verfassungsschutz eingeschaltet.

Bürgermeister "geschockt"

"Geschockt" zeigte sich der Bürgermeister von Altenfelden, Klaus Gattringer (ÖVP), dass die fast fertige Asylunterkunft in seiner Gemeinde in Brand gesteckt worden ist. "Dass es so etwas in Altenfelden gibt, hätte ich mir vor einigen Stunden noch nicht gedacht." Wenn das Rote Kreuz wie angekündigt die Anlage wieder aufbaut, stehe auch er weiter hinter dem Projekt, betonte er im APA-Gespräch.

Es haben im Vorfeld schon Diskussionen stattgefunden, räumte Gattringer am Mittwoch ein. Derzeit gebe es gar keine Flüchtlingsunterkunft in der Gemeinde. Ein erstes Projekt sei an einer Unterschriftenaktion gescheitert. Bei dem vorliegenden Bau habe er aber nach einer Informationsveranstaltung den Eindruck gehabt, er habe die Bedenken ausräumen können. "Zum Schluss habe ich sogar Applaus bekommen. Das ist heute schon was." Er schilderte, dass die Stimmung zwar phasenweise aufgeheizt war, Drohungen habe es aber nicht gegeben.

"Wir haben christliche Werte in der Partei, der ich angehöre", solange so viele Lebensmittel in den Müll geworfen werden, gebe es keinen Grund, bedürftigen Menschen nicht zu helfen, findet der Bürgermeister. Heute hätten ihm Gemeindebürger bereits berichtet, wie geschockt sie seien.