Erstellt am 14. April 2016, 16:17

von APA/Red

Buben missbraucht: Bester Freund von Vater verurteilt. Ein 43-jähriger Arbeiter ist am Donnerstag am Landesgericht Salzburg wegen sexuellen Missbrauchs von vier Buben zu 18 Monaten bedingter Haft verurteilt worden.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, BilderBox - Erwin Wodicka / wodi

Der Mann soll die (Halb-)Geschwister im Alter von neun bis zwölf Jahren von Frühling bis Sommer 2015 in seiner Wohnung in Salzburg sexuell belästigt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der bisher unbescholtene Angeklagte soll zwei der Burschen am Penis berührt und einem Kind in der Badewanne die Schamhaare abrasiert haben. Außerdem hat er laut Staatsanwaltschaft mehrfach vor den Buben onaniert und sie zur Selbstbefriedigung aufgefordert - unter anderem nach dem sie gemeinsam einen Porno schauten.

Neben des sexuellen Missbrauchs Unmündiger und dem Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses warf ihm die Anklage deshalb auch Handlungen vor, die "die sittliche, seelische oder gesundheitliche Entwicklung von Unmündigen gefährden."

"Das haben sie von sich aus gemacht"

Der 43-jährige zeigte sich zwar geständig, äußerte sich im Laufe der Verhandlung aber nur sehr zögerlich zu den Vorwürfen. Einem Buben die Schamhaare rasiert? "Er wollte wissen, wie das unten so ohne Haare aussieht."

Den Penis eines Buben berührt? "Das ist unabsichtlich passiert." Ein Kind über der Unterhose aufs Geschlechtsteil gegriffen? "Es kann sein, dass ich angekommen bin." Die Kinder zur Selbstbefriedigung aufgefordert? "Das haben sie von sich aus gemacht."

Einen Porno geschaut? "Sie haben die Sex-DVD bei mir gefunden. Ich habe ihnen gesagte, dafür seit ihr zu jung, aber sie haben keine Ruhe gegeben und mich überredet."

"Anfangs habe ich Nein gesagt"

Auch eine Gummipuppe, die der Angeklagte von den Eltern der Kinder zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, kam zum Einsatz. Weil die Buben keine Ruhe gegeben hätten, habe er sie ausgepackt, aufgeblasen und sich kurz daraufgelegt - angezogen wohlgemerkt, berichtete der Mann.

Die Burschen hatten das freilich anders in Erinnerungen. Dass ihn die Anwesenheit der Kinder sexuell erregt hat, stellte der Arbeiter heute mehrfach in Abrede.

Der Angeklagte war übrigens einmal der beste Freund des Kindsvaters und bat immer wieder darum, ob die Kinder bei ihm übernachten können. "Anfangs habe ich Nein gesagt, aber wie mein Größerer selbst gefragt hat, habe ich mir nichts mehr dabei gedacht", erzählte eine Mutter heute vor Gericht.

Täter bekam Kontaktaufnahmeverbot

Dass einer der Buben bei dem Angeklagten schlief, kam eher selten vor, allerdings spielte der 43-Jährige immer wieder mit den Kindern Fußball oder nahm sie ins Kino mit. Die Sache flog auf, als sich einer der Buben der Mutter anvertraute.

Die bedingte Strafnachsicht gilt auf eine Probezeit von drei Jahren. Außerdem erteilte Richterin Anna-Sophia Geisselhofer am Donnerstag ein Kontaktaufnahmeverbot zu den Buben. Jedes der Kinder bekam zugleich ein Teilschmerzensgeld in der Höhe von 500 Euro zugesprochen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.