Erstellt am 02. Dezember 2015, 14:32

Burgenland baut seine Landesverwaltung um. Das Burgenland baut seine Landesverwaltung um. Im Rahmen der Reform soll unter anderem die Zahl der Abteilungen von zehn auf sieben reduziert und die Anzahl der Stabsstellen von acht auf vier halbiert werden.

 |  NOEN, APA/Schlager

Damit verbunden sei auch eine "deutliche Reduktion der Führungskräfte", erklärte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Mittwoch in Eisenstadt. Die Verwaltungsreform sei ein Schwerpunkt im rot-blauen Koalitionsübereinkommen. Erstmals in der Geschichte des Landes solle es für Bereiche, die bisher auf mehrere Ressorts verteilt waren, eine politische Zuständigkeit geben. Beispielsweise seien in Vergangenheit vier Regierungsmitglieder für den Bildungsbereich zuständig gewesen.

"Die modernsten Strukturen von Österreich im Landesverwaltungsbereich und auch bei den Beteiligungen, das ist unser Anspruch", erklärte Niessl. "Wer die Spur nicht wechselt, hat keine Chance, zu überholen", sagte Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ). Erstmals werde es ein Hauptreferat "Sicherheit" geben, das in seinem Ressort angesiedelt sei.

Doppelgleisigkeiten abstellen

Man habe im Juni/Juli begonnen, die Verwaltungsreform vorzubereiten, erläuterte der designierte Landesamtsdirektor Ronald Reiter. Im September wurden bei einer Klausur über 450 mit den Mitarbeitern erarbeitete Maßnahmen präsentiert. Mehr als 220 könnte man berücksichtigen, um Doppelgleisigkeiten abzustellen.

Bis Ende Jänner soll unter anderem feststehen, wie viele Hauptreferate und Referate es in den einzelnen Abteilungen geben wird. Wenn von der Politik das grüne Licht komme, beginne die Umsetzungs- und Ausschreibungsphase. Er hoffe, dass die Umsetzung vor dem Sommer erfolgen könne, wobei hinter dem gesamten Vorhaben sehr viel Logistik stehe, meinte Reiter.

"Abgang wird nicht nachbesetzt"

Wie sich die Reform auf die Personalkosten auswirke, könne man hinsichtlich der Mitarbeiter noch nicht sagen. Was Stabsstellenleiter und Abteilungsvorstände betreffe, könne man mittel- und langfristig von Einsparungen im Ausmaß von jedenfalls mehr als 500.000 Euro im Jahr ausgehen, rechnete Reiter. Einig sei man sich, dass man keine Mitarbeiter entlasse, "sondern der Abgang wird nicht nachbesetzt", so Niessl.