Erstellt am 18. September 2015, 18:15

von APA/Red

Derzeit ruhige Lage im Burgenland und Salzburg. Die Flüchtlingssituation im Burgenland ist Freitagfrüh weiterhin relativ entspannt gewesen. Die Landespolizeidirektion Burgenland berichtete auf Nachfrage von einer "derzeit ruhigen Lage".

Flüchtlinge wurden mit Bussen nach Wien gebracht.  |  NOEN, APA (Archiv/Schlager)

 In der Nacht auf Freitag sei im Landesnorden ein Schlepper festgenommen worden, teilte Polizeisprecher Wolfgang Bachkönig  mit. Auch in Salzburg hat sich die Situation deutlich entspannt. Insgesamt habe man rund 300 Flüchtlinge im ganzen Land aufgegriffen. Die meisten Personen überschritten im Bereich des Businessparks in Heiligenkreuz im Lafnitztal (Bezirk Jennersdorf) die österreichisch-ungarische Grenze. Sie wurden laut Exekutive mit Bussen umgehend nach Wien weitertransportiert, Probleme seien keine aufgetreten. Zwölf Personen wurden im Bezirk Neusiedl am See aufgegriffen, sagte Bachkönig.

In Salzburg hat sich die Flüchtlingssituation in der Nacht auf Freitag ebenfalls erstmals deutlich entspannt. Die deutschen Behörden haben gegen Mitternacht noch einen Sonderzug von Salzburg nach Freilassing genehmigt, mit dem rund 600 Menschen die ersehnte Einreise nach Deutschland gelang. Am Grenzübergang Saalbrücke nahmen die Reisenden über die Nacht das Notquartier an.

Freitagvormittag keine Flüchtlinge in Freilassing

Deutlich verbessert hat sich die Lage am Grenzübergang nach Freilassing, wo am Donnerstag bis zu 400 Flüchtlinge auf die Einreise warteten. In der Lagerhalle im Keller des früheren Zollgebäudes wurden Mittwochabend rund 150 Betten aufgestellt, auf denen 100 bis 150 Flüchtlinge die Nacht verbracht haben, sagte Johannes Greifeneder, Sprecher der Stadt Salzburg. Gegen 2.00 Uhr durften die letzten Wartenden dann noch über die Grenze. Am Freitagvormittag befanden sich keine Flüchtlinge mehr vor der Brücke oder im Zollgebäude.

Für den Hauptbahnhof hat der nächtliche Sonderzug große Entlastung gebracht, weil dadurch nur mehr 150 bis 200 Menschen in der Tiefgarage übernachten mussten. Diese sei nach der gestrigen Reinigung und Desinfektion wieder in gutem Zustand. Die Nacht selbst ist laut Greifeneder recht ruhig verlaufen. Und im Notquartier Straniakstraße in Salzburg-Kasern haben ebenfalls rund 100 Flüchtlinge übernachtet.

Unklar war, mit wie vielen neu ankommenden Menschen für Freitag zu rechnen ist. Informationen lagen darüber keine vor, allerdings habe sich in Wien inzwischen herumgesprochen, nicht zu viele in kurzer Zeit nach Salzburg abfahren zu lassen, weil hier sonst der Bahnhof gesperrt werden muss, sagte der Sprecher.

Hilfsbereitschaft der Zivilbevölkerung wieder gelobt

Weiterhin unterbrochen blieb auch am Freitag der fahrplanmäßige Bahnverkehr zwischen Salzburg und Bayern. Einzig die Korridorzüge zwischen Salzburg und Kufstein durften wieder über das "Deutsche Eck" - also via Rosenheim - fahren, allerdings würden die deutschen Behörden in Salzburg vor der Weiterfahrt Kontrollen in den Zügen durchführen, sagte ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel, was zu leichten Verzögerungen führen dürfte. Zumtobel empfahl den Fahrgästen, sicherheitshalber ein Reisedokument mitzuführen. Wann auch der Fern-und Nahverkehr nach Deutschland wieder möglich ist, darüber lagen noch keine Informationen aus Bayern vor.

Greifeneder lobte am Freitag ausdrücklich die Hilfsbereitschaft der Zivilbevölkerung. Gleichzeitig bat er aber auch dringend, keine weiteren Hilfsgüter zum Grenzübergang Saalbrücke zu bringen, weil diese dort nur zum Müllproblem würden und zu Spannungen unter den Leuten führten. "Es waren zu viele Hilfsgüter. Die Verpflegung dort ist ausreichend."

An der deutsch-österreichischen Grenze bei Passau zeichnete sich nach Behördenangaben kein weiterer Anstieg bei der Anzahl von neuankommenden Flüchtlingen pro Tag ab. Zwischen Passau und Burghausen verzeichnete die deutsche Bundespolizei bis zum Nachmittag rund 2.000 neue Flüchtlinge, nach Angaben eines Sprechers weniger als im Vortageszeitraum. "Die Lage entspannt sich etwas", sagt der Sprecher.