Erstellt am 22. April 2017, 08:30

von APA Red

AfD-Parteitag im Zeichen des Führungsstreits. Begleitet von massiven Protesten kommt die AfD am Samstagvormittag in Köln zu einem Bundesparteitag zusammen.

Petry will eine Richtungsentscheidung erzwingen  |  APA/ag.

Zahlreiche Gegendemonstrationen mit rund 50.000 Teilnehmern sind angemeldet, die Polizei ist mit 4.000 Beamten im Einsatz. Bereits in der Früh kam es vereinzelt zu Zwischenfällen. Das Treffen der AfD steht im Zeichen eines erbitterten Führungsstreits. 

Fünf Monate vor der Bundestagswahl sollen die 600 Delegierten das Wahlprogramm der rechtspopulistischen Partei beschließen. AfD-Chefin Frauke Petry will eine Richtungsentscheidung erzwingen und die Partei auf einen "realpolitischen Kurs" mit dem Ziel des Mitregierens festlegen. Offen ist, was der Parteitag nach dem Verzicht Petrys zum Thema Spitzenkandidatur beschließt.

In der Kölner Innenstadt herrscht derweil Ausnahmezustand. Es werde auch schon unruhiger, sagte ein Polizeisprecher in der Früh. Im Stadtteil Deutz schloss die Polizei nach eigenen Angaben eine Gruppe von etwa 100 Personen ein, die versucht hätten, eine Polizeikette zu durchbrechen. In einer Straße in Deutz habe zudem ein Auto gebrannt, doch ob das etwas mit den Demonstrationen zu tun habe, sei noch völlig unklar. Am Tagungshotel der AfD in der Stadtmitte habe man bisher die Lage im Griff.

Das AfD-Tagungshotel am Heumarkt in den Kölner Innenstadt ist hermetisch abgeriegelt. Zahlreiche Einsatzwagen der Polizei sowie Wasserwerfer standen bereit, um den Delegierten der rechtspopulistischen Partei das Betreten des Kongressorts zu ermöglichen. Zudem kreiste ein Hubschrauber über dem Stadtzentrum.

Der zweitägige Bundesparteitag der AfD beginnt um zehn Uhr. Fünf Monate vor der Bundestagswahl sollen die 600 Delegierten das Wahlprogramm beschließen. Das Treffen steht im Zeichen eines erbitterten Führungsstreits. Parteichefin Frauke Petry will eine Richtungsentscheidung erzwingen und die Partei auf einen "realpolitischen Kurs" mit dem Ziel des Mitregierens festlegen. Offen ist, was der Parteitag nach dem Verzicht Petrys zum Thema Spitzenkandidatur beschließt.