Erstellt am 10. Oktober 2015, 18:47

von APA/Red

Kooperation bei Flüchtlingen "reibungslos". Von angekündigten "Notwehrmaßnahmen" seitens der Bayerischen Staatsregierung war am Samstag am Grenzübergang Salzburg nach Freilassing nichts zu bemerken.

Der Flüchtlingsstrom in die Bundesrepublik reißt nicht ab  |  NOEN, APA

Nach Schätzungen des Landratsamts Berchtesgadener Land kommen heute rund 1.300 Flüchtlinge über die Saalachbrücke nach Deutschland. Aus Sicht von Salzburgs Einsatzleitung funktioniert die Kooperation mit den deutschen Behörden "reibungslos".

"In Salzburg herrscht geordnete Lage"

"Wie in den letzten Tagen herrscht derzeit in Salzburg eine geordnete Lage", informierte am Samstag ein Sprecher der Stadt Salzburg. Zu Mittag warteten laut seinen Angaben rund 1.000 Flüchtlinge an drei Salzburger "Hotspots" auf die Weiterreise nach Deutschland. In der alten Autobahnmeisterei (ABM) befanden sich rund 200 Personen, an der Grenze etwa 310 und rund 480 in der Garage am Hauptbahnhof.

"Die Abfertigung von Flüchtlingen und die Kooperation mit den Deutschen Behörden funktioniert sehr gut und reibungslos", erklärte der Sprecher. Der Zustrom der Flüchtlinge aus Wien und dem Süden sei stetig, aber bewältigbar, so lange die Situation an der Grenze stabil bleibe. "Sieht man von den Einschränkungen im Reiseverkehr ab, ist das Alltagsleben in der Stadt Salzburg von der aktuellen Krise nicht betroffen." Die Bezirkseinsatzleitung rechne damit, dass die Notquartiere in Salzburg am Abend wieder annähernd voll sein werden.

Informationen der Pressestelle des Landratsamtes Berchtesgadener Land in Bayern zufolge sollten am Samstagnachmittag per Sonderzug 700 Flüchtlinge in Richtung Mannheim (Baden-Württemberg) weitergeleitet werden, ein weiterer Sonderzug werde in der Nacht eingesetzt.

Gute Zusammenarbeit zwischen Behörden

"Rund 450 Flüchtlinge warteten am Nachmittag bereits wieder auf Salzburger Gebiet auf den Grenzübertritt nach Deutschland, die gruppenweise von der Bundespolizei aufgenommen, kontrolliert und in die Freilassinger Notunterbringung bis zur Weiterleitung in eine Erstaufnahmeeinrichtung im Bundesgebiet gebracht werden."

Bei der heutigen Lagebesprechung sei die gute Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden in Salzburg und Deutschland sowie mit den Hilfsorganisationen betont worden, verlautete das Landratsamt. Diese Zusammenarbeit sei Grundlage für die koordinierte und gelungene Organisation in den letzten knapp vier Wochen.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn zwischen München und Salzburg bleibt wegen der Grenzkontrollen länger als geplant unterbrochen. Die Streckensperrung bleibe noch bis zum 18. Oktober bestehen, teilte die Deutsche Bahn am Samstag auf ihrer Internetseite mit.

Bisher war die Sperre nur bis Montag (12. Oktober) vorgesehen. Seit einigen Tagen fahren allerdings wieder Regionalbahnen über die Grenze. Der Fernverkehr war Mitte September wegen der großen Zahl der mit der Bahn nach Deutschland reisenden Flüchtlinge eingestellt worden.