Erstellt am 02. Juli 2016, 11:29

von APA/Red

20 Ausländer bei Geiselnahme in Bangladesch getötet. Islamisten haben ein Restaurant in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka überfallen und 20 Ausländer getötet.

 |  APA/dpa/ag.

Die Schwerbewaffneten stürmten mit "Allahu Akbar"-Rufen in das Restaurant im Diplomatenviertel und nahmen Gäste und Mitarbeiter am Freitagabend als Geiseln. 12 Stunden später stürmte ein Sondereinsatzkommando mit mehr als 100 Mann das Gebäude und tötete in einem Schusswechsel sechs der Angreifer.

Bei der blutigen Geiselnahme wurden sieben Japaner getötet. Dies teilte die Regierung in Tokio am späten Samstagabend (Ortszeit) mit. Hasina machte keine Angaben zur Nationalität der anderen getöteten Ausländer. Aus dem italienischen Außenministerium verlautete, es seien neun Italiener darunter.

Das Schicksal eines weiteren italienischen Staatsbürgers sei noch ungeklärt, sagte Außenminister Paolo Gentiloni. Es könne sein, dass die Person unter den Verletzten sei oder sich versteckt halte, sagte der Minister. "Wir suchen nach ihr." Premier Matteo Renzi verurteilte die Geiselnahme.

Keine Opfer aus Österreich

Hinweise auf österreichische Opfer gab es am Samstag vorerst keine. Das teilte ein Sprecher des Außenministeriums am Samstagvormittag mit.

Die meisten Geiseln seien kaltblütig getötet worden, als sich acht oder neun Schützen Zugang zum Restaurant verschafften, sagte Brigadegeneral Naim Asraf Chowdhury. Die Attentäter lieferten sich Polizeiangaben zufolge immer wieder Schusswechsel mit Sicherheitskräften vor dem Gebäude und bewarfen sie mit Sprengsätzen. Dabei seien zwei Polizisten umgekommen. Verhandlungsversuche mit den Geiselnehmern blieben Behördenangaben zufolge ohne Erfolg.

IS stellte Fotos von Leichen ins Internet

Unklar war, wie viele Menschen sich in dem bei Ausländern beliebten gehobenen Restaurant "Holey Artisan Bakery" aufhielten. Ein Beschäftigter, der sich in Sicherheit gebracht hatte, sprach von 20 Gästen und 15 bis 20 Mitarbeitern. Viele der in Dhaka ansässigen Ausländer arbeiten bei Bekleidungsunternehmen, die günstig in Bangladesch produzieren. Der IS stellte Fotos ins Internet, die Leichen getöteter Ausländer in dem Cafe zeigen sollten. Ihre Echtheit konnte aber nicht geprüft werden.

So erschütternd der Vorfall ist: Überraschend kommt er nicht. Das südasiatische Land ist schon länger ein Brennpunkt religiös motivierter Gewalt. Zuletzt gab es vermehrt Anschläge von Islamisten in Bangladesch, allerdings keinen, bei dem so viele Ausländer ins Visier gerieten und getötet wurden. Ziel der Übergriffe in dem mehrheitlich muslimischen Land waren unter anderem Atheisten und religiöse Minderheiten. Zu den Angriffen bekannten sich die IS-Miliz wie auch die Al-Kaida.

Papst Franziskus: "Sinnlose Gewalt gegen unschuldige Opfer"

Die Regierung verneint hingegen eine Beteiligung ausländischer Islamisten-Organisationen und macht die einheimische Gruppen Ansar-al-Islam und Jamaat-ul-Mujahideen für die Anschläge verantwortlich, die mit Al-Kaida oder dem IS verbündet sind.

Papst Franziskus verurteilte das von Islamisten verübte Massaker. Als "sinnlose Gewalt gegen unschuldige Opfer" bezeichnete er das Blutbad in einem Schreiben, das der vatikanische Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin entsendete. Der Papst kondoliere den Familien der Todesopfer, betonte Parolin. Er verurteile die barbarische Aktion, die eine Attacke gegen die Menschheit darstelle. Der Papst bete für die Verletzten und deren Familien, hieß es.