Erstellt am 29. Juli 2016, 13:14

FBI-Praktiken bei Kinderporno-Ermittlungen?. Die "Operation Pacifier" gegen Kinderpornos im Internet, die unter Federführung der US-Bundespolizei FBI im vergangenen Jahr über die Bühne ging, hatte große Auswirkungen auf Österreich.

 |  APA (dpa)

50 IP-Adressen übermittelten die US-Fahnden an die heimischen Ermittler, alle 50 waren laut Bundeskriminalamt (BK) Treffer. Fraglich ist nun aber, ob das FBI an die Daten auf ausreichend legalem Wege kam.

An sich ist das "Darknet" eine Art virtueller Hinterraum für Eingeweihte, der anders gebaut ist als das offene Internet und nicht über herkömmliche Suchmaschinen zugänglich ist. Durch Weiterleitung über mehrere Knoten im Netz ist der Ursprung von Daten nicht mehr nachzuvollziehen.

Die FBI-Daten dürften das umgangen haben. Die IP-Adressen und weitere Daten der User waren nun wieder greifbar. Auf die Art und Weise wurden 50 heimische IP-Adressen von mutmaßlichen Kunden 2015 an das BK weitergeleitet, das die Verdächtigen anschließend ausgeforscht hat.

Doch wie das FBI genau an die Daten gelangt ist, dürfte nicht bekannt sein. Es sei bekannt gewesen, dass das FBI "per Livestreaming" mitgespeichert habe, aber nicht, welche Technik eingesetzt worden sei, berichtete der "Kurier" unter Berufung auf einen BK-Ermittler.

Damit dürfte auch eine rechtliche Beurteilung schwierig sein. Unter dem Strich bleibt: Eine US-Polizeibehörde entdeckt auf einer italienischen Darknet-Seite Kinderpornos und versetzt diese mit einer Software, um Konsumenten zu identifizieren. Wer sich tatsächlich Kinderpornos herunterlud, wurde so greifbar. Die europäische Polizeiagentur Europol, an der "Operation Pacifier" ebenfalls maßgeblich koordinierend beteiligt, wollte sich auf APA-Anfrage nicht zum Zustandekommen der Ermittlungsergebnisse äußern.