Erstellt am 28. April 2016, 10:43

Doskozil lockert Leistungsüberprüfung für Frauen. Laufen, Liegestütz und Klimmzüge - die Leistungslimits beim Bundesheer-Aufnahmetest stellen für viele Frauen eine große Hürde dar, haben interne Untersuchungen ergeben.

 |  NOEN, APA

Um den Anteil der Soldatinnen auf europäisches Niveau zu bringen, hat Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) nun die Leistungsüberprüfung lockern lassen: Künftig gibt es eine Art Schonfrist im Rahmen der Ausbildung.

Doskozil besuchte am Donnerstag den Girls Day des Bundesheeres in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien, wo Mädchen ein Einblick in die Arbeitswelt einer Soldatin gewährt wurde. "Wir haben im europäischen Vergleich einen sehr niedrigen Frauenanteil", räumte Doskozil gegenüber der APA ein. "Mein Ziel ist es, den Anteil an Soldatinnen beim Heer in den zweistelligen Bereich zu bringen." Konkret soll der Anteil von derzeit 2,6 auf zehn Prozent steigen. "Sonntagsreden reichen da nicht aus, man muss Maßnahmen setzen", betonte der Minister.

Als eine dieser Maßnahmen ließ Doskozil nun die Leistungsüberprüfungen ändern. Denn ein hoher Anteil an Interessentinnen für den Soldatenberuf scheide bereits vor dem Einstieg in die Ausbildung aus, weil sie an den Fitness-Kriterien scheitern, heißt es aus dem Bundesheer. Künftig dürfen jene, die die körperliche Eignungsprüfung nicht bestanden haben, die Leistungslimits im Rahmen ihrer Ausbildung gezielt trainieren und innerhalb von sechs Monaten erbringen - das gilt sowohl für weibliche als auch für männliche Bewerber.

Die Limits des körperlichen Tests selbst werden nicht gesenkt. Die Bewerber müssen nach einem speziellen Berechnungsschlüssel in fünf Bereichen einige Mindestanforderungen erfüllen, wobei für Frauen und Männer unterschiedliche Limits gelten: Soldatinnen müssen beispielsweise mindestens neun saubere Liegestütz schaffen, Männer 17. Weiters müssen interessierte Frauen 2.400 Meter unter 13,5 Minuten laufen (Männer 12,5 Minuten) und zumindest sieben Klimmzüge im Schräghang (Männer 12) hinbringen. Dazu kommen noch Hockhochsprung und Schwimmen.

Soldatinnen gibt es im Bundesheer seit 1998. Bei rund 15.000 Soldaten gibt es derzeit aber nur 393 Soldatinnen. 66 von ihnen sind Offiziere, 148 Unteroffiziere.