Erstellt am 01. Juni 2016, 11:36

von NÖN Redaktion

Eklat im Nachwuchsfußball: "Sieg Heil" bei U14-Partie. Ein Vorfall bei der U14-Meisterschaft hatte ein Nachspiel: Im Zuge des Torjubels soll „Sieg Heil“ gefallen sein.

 |  NOEN, www.BilderBox.com
Beim Nachwuchsfußball kam es im Burgenland in der vorletzten Meisterschaftsrunde bei einer U14-Partie zu einem Eklat. Ein Spieler wurde vom Schiedsrichter ausgeschlossen – und der Grund hat es in sich: Es war kein alltäglicher, wie etwa ein Foulspiel, sondern eine Beleidigung, die in keinem Sporthandbuch steht.

Der Bursche soll statt eines Torjubels nämlich „Sieg Heil“ gerufen haben – und das zweimal. Beim ersten Mal wurde er vom Referee (der erst zum vierten Mal im Einsatz war) mündlich verwarnt, dann ausgeschlossen. Im Bericht des Schiedsrichters, der die Grundlage der folgenden Verhandlung beim Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des Fußballverbands war, wurden die Ausrufe laut STRUMA-Vorsitzendem Erich Schöll jedenfalls bestätigt.

Günter Benkö, erfahrener Ex-FIFA-Referee und Obmann des Burgenländischen Schirikollegiums, bestätigte den Bericht ebenfalls und stellt sich hinter seinen Schiedsrichter.

Benkö: „Ganz ehrlich: Ich bin enttäuscht“

„Der Referee hat sich völlig korrekt verhalten und alles richtig gemacht. Da kann man auch nicht einfach darüber hinwegsehen, wenn so etwas Gravierendes passiert. Schon im Grundkurs vermitteln wir gewisse Werte.“

Gerade in so einem Alter sei es laut Benkö ein Erziehungsprozess – und ein Auftrag: „Wir können nicht Wasser predigen und Wein trinken, indem wir es uns leicht machen und so etwas vertuschen.“ Der Trainer des U14-Spielers wollte den Vorfall nicht bestätigen. Er habe nicht einmal nachgefragt, warum sein Spieler ausgeschlossen wurde.

Der Betreuer der gegnerischen Mannschaft hatte „etwas gehört“, könne es aber nicht exakt wiedergeben und verließe sich auf das Hörensagen. Der Straf- und Meldeausschuss sprach als Konsequenz eine Sperre von fünf Spielen aus. Benkö: „Ein sehr mildes Urteil angesichts dessen, was dort vorgefallen ist. Ganz ehrlich: Ich bin enttäuscht.“