Erstellt am 08. November 2015, 13:43

von APA/Red

Ermittler gehen von Bombe an Bord abgestürzter Maschine aus. An Bord der vor einer Woche abgestürzten russischen Passagiermaschine war nach Erkenntnissen der ägyptischen Ermittler vermutlich eine Bombe.

 |  NOEN, APA (AFP)

Das Geräusch, das der Flugschreiber als letztes aufgezeichnet habe, stamme "mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit" von der Explosion einer Bombe, sagte ein Mitglied des Ermittlerteams am Sonntag in Kairo der Nachrichtenagentur Reuters. 

Bereits am Samstag hatte der Leiter des Expertenteams, das den Absturz untersucht, erklärt, das Geräusch sei während der letzten Sekunde der Cockpit-Aufnahme zu hören. Anschließend sei das Flugzeug per Autopilot geflogen, bevor es offenbar mitten in der Luft auseinandergebrochen sei.

Großbritannien und Russland flogen indessen zahlreiche Touristen aus dem ägyptischen Sharm el-Sheikh aus. Russland holte laut der Nachrichtenagentur RIA in den vergangenen 24 Stunden 11.000 Touristen zurück. Zehntausende Russen sitzen aber weiterhin in Ägypten fest. Am Freitag sollen noch rund 79.000 Urlauber aus Russland in dem Land gewesen sein. Nach dem Unglück hatte die Regierung in Moskau den Linienverkehr nach Ägypten untersagt, weshalb viele Touristen in den Urlaubsorten Sharm el-Sheikh und Hurghada gestrandet waren.

Neun Passagiermaschinen flogen zudem fast 2.000 Briten auf die Insel zurück. Die britische Regierung warnte, dass für manche britischen Touristen der Aufenthalt in den Ferienressorts am Roten Meer unfreiwillig noch länger dauern werde, bevor sie nach Hause fliegen könnten. Angesichts einer "begrenzten Anzahl von Flügen", die von Sharm el-Sheikh aus täglich starten könnten, sei es wahrscheinlich, dass Reiseveranstalter "einigen Leuten raten werden, ihren Aufenthalt zu verlängern", sagte ein Regierungssprecher. Die Kosten würden erstattet. Rund 20.000 Briten hielten sich zum Zeitpunkt des Absturzes in Sharm el-Sheikh auf. Laut Außenministerium befinden sich rund 320 Österreicher in dem Urlaubsort.

Die Maschine der russischen Fluggesellschaft Metrojet war am Samstag vergangener Woche nach dem Start vom Badeort Sharm el-Sheikh abgestürzt. Keiner der 224 Insassen überlebte.