Erstellt am 10. Dezember 2015, 13:02

von APA/Red

Erste Maßnahmen bei islamischen Kindergärten angedacht. Islamwissenschafter Ednan Aslan wünscht sich mehr Kooperation mit der Stadt Wien bei der Analyse von muslimischen Kindergärten.

In der Vergangenheit habe er zwei Mal entsprechende Projekte eingereicht, diese seien von der Stadt aber abgelehnt worden, erzählte er am Donnerstag im ORF-Radio. In Oberösterreich will man die Genehmigungsvorschriften für Kindergärten überdenken.

Ednan Aslan betonte im ORF-Radio, dass er mit seiner Studie nicht Politik machen, sondern den Kindern helfen wolle. "Mir geht es nicht darum, dass ich die Politik von Herrn Kurz (Integrationsminister Sebastian, ÖVP, Anm.) unterstütze oder die Politik der Stadt kritisiere", so der Leiter des Institut für islamische Studien an der Uni Wien. "Wir wollten die Debatte versachlichen" und verstehen, wo Radikalisierung ansetze - nämlich sehr früh, wenn die Betreuungseinrichtungen die "Kinder zur Isolation ermutigen".

Aslan wies einmal mehr Kritik, dass seine Studie, die er selbst als Vor-Studie bezeichnet, nur sehr oberflächlich durchgeführt wurde, zurück. "Wir wissen, was wir tun", verwies er darauf, dass die Arbeit seines Institut auch international Anerkennung finde. Jedenfalls habe sich herausgestellt, dass "viele Kindergärten einiges zu verbergen" hätten. Mit entsprechender Unterstützung der Stadt Wien wäre "mehr Zugang" zu Institutionen, die bisher den Einblick verwehrten, möglich, hofft Aslan.

Oberösterreich will die Genehmigungsvorschriften für Kindergärten konkretisieren, um allzu abgeschottete Einrichtungen zu verhindern. Geplant ist eine Novelle des Kinderbetreuungsgesetzes, die dem Landtag Anfang 2016 zur Beschlussfassung vorgelegt werden könnte. Derzeit gebe es allerdings keine islamischen Kindergärten, betonte LHStv. Thomas Stelzer (ÖVP) in einer Presseaussendung am Donnerstag.

Der Betrieb eines Kindergartens soll künftig nur noch dann zulässig sein, wenn "die allgemein anerkannten Grundsätze der Bildung oder die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder gefördert werden". Bisher ist das zwar als Soll-Kriterium festgeschrieben, aber nicht als Bedingung für die Genehmigung eines Kindergartens.

Gerade im Kindesalter müsse das Erlernen der gemeinsamen Sprache und der offene Umgang mit unseren Werten gefördert werden, so Stelzer. "Nur so kann Integration gelingen und religiös motivierte Isolation verhindert werden." Der Koalitionspartner FPÖ pocht darauf, Zuwanderern "unmissverständlich" abendländische Werte zu vermitteln, "und zwar ab dem Kindergarten". Klubobmann Herwig Mahr: "Einer Indoktrinierung der Kinder durch islamistische Hassprediger werden wir in Oberösterreich jedenfalls nicht tatenlos zusehen."