Erstellt am 09. Dezember 2015, 10:25

von APA/Red

Erste WM-Generalprobe für Biathleten. Die Weltcup-Bewerbe von Freitag bis Sonntag in Hochfilzen sind für die österreichischen Biathleten nicht nur der erste Saisonhöhepunkt, sondern auch die Generalprobe für die Heim-WM im Februar 2017.

Der erste Stockerlplatz in Hochfilzen seit fünf Jahren ist nach dem guten, aber nicht überragenden Saisonstart in Östersund ein realistisches Ziel.

"Das Podest ist jederzeit drinnen, wenn alles passt", äußerte sich ÖSV-Spartenchef Markus Gandler gegenüber der APA - Austria Presse Agentur zuversichtlich. In Schweden hatten Simon Eder (7.), Dominik Landertinger und Lisa Hauser (jeweils 8.) für die Topergebnisse gesorgt. Auch Sven Grossegger (11.) hat die Teamführung zumindest teilweise zufriedengestellt. "Es ist was da, aber es ist auch noch Luft nach oben", meinte Gandler über den Gesamtzustand seiner Truppe.

Lokalmatador Landertinger sei aufgrund seiner Trainingsumstellung - die weniger hartes und mehr Grundlagentraining vorgesehen hat - verständlicherweise noch nicht ganz in Topform. Er liefere aber bereits wieder Topschlussrunden ab. Landertinger selbst wähnt sich auch in Hochfilzen noch nicht bei 100 Prozent. "Aber die Formkurve zeigt nach oben . Läuferisch muss ich natürlich noch schneller werden, aber das kommt mit den Rennen", so der Olympia-Zweite.

Vor dem eigenen Publikum

Ungeachtet dessen freue er sich extrem auf die Auftritte in seiner Heimarena, die nach einigen Umbauten schon fast WM-fertig ist. "Es gibt nichts Schöneres, als vor eigenem Publikum zu laufen", sagte der Weltmeister von 2009. Im Vorjahr war Landertinger als Sprint-Vierter erneut nur sehr knapp am heiß ersehnten Podestplatz vorbeigeschrammt.

Den bis dato letzten hat 2010 als Zweiter der Verfolgung Eder geschafft. Der Salzburger ist wegen seiner teils sehr guten Auftritte in Östersund positiv gestimmt. "Die Vorfreude ist sehr groß. Wenn die Form stimmt, dann gibt es nichts Schöneres als einen Heimweltcup", meinte Eder und nannte die Bewerbe im Pillerseetal als Hauptsaisonziel neben den Weltmeisterschaften im März.

Die Titelkämpfe in Oslo haben natürlich auch die Topstars besonders im Fokus. Der norwegische Altmeister Ole Einar Björndalen hat aber auch für ihn unerwartet schon exzellente Frühform bewiesen und das Auftakt-Einzel in Östersund gewonnen. Martin Fourcade war danach in Sprint und Verfolgung trotz mäßiger Trefferquote und dank überragender Laufleistung unschlagbar.

Weltcupgesamtsieg kaum zu nehmen

Sollte der Franzose seine Laufform konservieren, wird ihm sein nächster Weltcupgesamtsieg wohl kaum zu nehmen sein. "Er scheint derzeit alleine auf weiter Flur zu sein. Die Meute ist im Sprint 45 bis 50 Sekunden weg", zeigt sich Gandler von der Verfassung des Franzosen beeindruckt. Dahinter fehle seinen Athleten aber nicht viel auf den Rest der Besten.

Mit Hauser, die beim Auftakt als Achte und Elfte ihre bisherige Karrierebestmarke übertroffen hat, scheint der ÖSV endlich auch eine Aspirantin auf regelmäßige Spitzenplätze zu haben. "Mit ihr bin ich natürlich zufrieden", sagte Gandler, verwies aber auch auf die ernüchternden Leistungen der restlichen Damenmannschaft.

Unbeschwert ins Rennen

Die erst 21-jährige Hauser kann die Rennen unweit ihrer Heimat Reith bei Kitzbühel völlig unbeschwert in Angriff nehmen. "Das vergangene Wochenende war einfach genial. Das Selbstvertrauen stimmt und ich bin immer doppelt motiviert, wenn Familie und Freunde am Loipenrand stehen und mich anfeuern", meinte die zielsichere Schützin, die sich offenbar auch auf den Skiern gesteigert hat.

Während Hauser mit ihren ÖSV-Kolleginnen in der Staffel nur krasse Außenseiterin ist, hoffen die Herren im ersten Teambewerb der Saison am Sonntag auf ein längst fälliges Erfolgserlebnis. Ein Top-3-Ergebnis in Hochfilzen ist ihnen zuletzt dreimal in Folge als unglückliche Vierte nur knapp verwehrt geblieben. Wie im Einzel ist der letzte Podestrang auch in der Staffel schon fünf Jahre her.

Dass es am Wochenende endlich wieder klappen könnte, hofft auch ÖSV-Cheftrainer Reinhard Gösweiner. "Durch die ersten Wettkämpfe sind wir sicher stabiler geworden. Das haben unsere Athleten gebraucht. In Hochfilzen wollen wir einen weiteren Schritt nach vorne machen."