Erstellt am 06. Dezember 2015, 17:54

Erster Weltcupsieg für Norweger Gangnes, Hayböck Achter. Lokalmatador Kenneth Gangnes ist am Wochenende in Lillehammer endgültig in die Skisprung-Weltelite vorgestoßen.

Am Vortag Zweiter, feierte der 26-jährige Norweger am Sonntag neuerlich von der Normalschanze 1,8 Punkte vor dem Slowenen Peter Prevc seinen ersten Weltcupsieg. Michael Hayböck (96/97,5) landete als bester Österreicher an der achten Stelle.

Gangnes, der mit fünf Jahren mit dem Skispringen begann, hat schon schwierige Zeiten hinter sich. Ein Beinbruch 2003 und ein Kreuzbandriss warfen den Absolventen des Skigymnasiums in Lillehammer zurück. Unter Coach Alexander Stöckl kehrte Gangnes ins Nationalteam zurück und durfte nun in der Heimat nach seinen ersten Podestplätzen erstmals jubeln.

Mit 98 und 99 Metern verwies der Halbzeit-Spitzenreiter den Olympia-Zweiten Prevc (96,5/100,5) auf den zweiten Platz und sorgte für den zweiten Saisonsieg der Norsker. Gangnes' Landsmann Johann Andre Forfang (96,5/99,5) wurde Dritter. Der deutsche Weltcupsieger und Vortagssieger Severin Freund verteidigte als Fünfter die Führung in der Gesamtwertung um einen Punkt vor Gangnes.

Die Österreicher hatten am Samstag (nur ein Durchgang) durch Stefan Kraft den ersten Einzel-Podestplatz der Saison um einen Zehntelpunkt verpasst, tags darauf lief es für das Team von Cheftrainer Heinz Kuttin weniger gut. Hayböck (96/97,5) behielt im Finale den achten Platz, fast zwölf Punkte fehlten auf das Podest.

Der WM-Dritte Kraft (91,5/98,5) erwischte den ersten Sprung nicht optimal, mit dem zweiten gelang ihm immerhin eine Verbesserung vom 21. auf den 14. Platz. "Im ersten Durchgang habe ich zu viel attackiert, ich wollte mir nichts vorzuwerfen haben, aber das war für die kleine Schanze zu viel. Dafür war der zweite Sprung recht gut", meinte der Salzburger. Gregor Schlierenzauer (zweimal 94) musste sich mit dem 20. Rang begnügen, Manuel Fettner wurde 22. und Manuel Poppinger 27. Andreas Kofler verpasste als 37. das Finale.

Eine Enttäuschung setzte es für Olympiasieger Kamil Stoch (POL), der als 47. bei der Entscheidung zusehen musste. Der Vortags-Dritte Andreas Stjernen (NOR) wurde aufgrund des Anzugs-Reglements im ersten Durchgang disqualifiziert.

Während das norwegische Team den 100. Sieg im Weltcup bejubelte, freute sich Michael Hayböck über einen weiteren Schritt nach vorne. "Ich konnte mich von Bewerb zu Bewerb steigern, ich hoffe, das geht so weiter", sagte der Oberösterreicher.

Cheftrainer Heinz Kuttin weiß, dass die ÖSV-Springer ihr Potenzial noch nicht ausreizen. "Der gestrige Bewerb war ein Schritt in die richtige Richtung. Mit dem heutigen Abschneiden können wir im Gesamten nicht zufrieden sein. Man merkt den einzelnen Athleten einfach an, dass ihnen die Sicherheit abgeht, um in den Wettkämpfen ihr Leistungsvermögen voll auszuspielen", erklärte der Kärntner.

Kuttin zeigte sich aber überzeugt, dass sich mit mehr Sprüngen auch eine Aufwärtstendenz einstellen werde. Schon am Mittwoch erfolgt der Abflug zu den nächsten Konkurrenzen in Nischnij Tagil (Russland).