Erstellt am 07. April 2016, 13:19

von APA Red

Erstes Schulrechtspaket soll kostenneutral sein. Das am Mittwoch in Begutachtung geschickte erste Schulrechtspaket zur Bildungsreform soll weitgehend kostenneutral sein.

 |  NOEN, APA (dpa/Symbolbild)

Durch den verstärkten Zuzug von Flüchtlingen bedingte Mehrkosten für die Sprachförderung soll durch flexibleren Personaleinsatz ausgeglichen werden, heißt es in der Wirkungsfolgenabschätzung zum Gesetz. Die Begutachtungsfrist läuft bis zum 5. Mai. 

"Finanzielle Auswirkungen entstehen durch dieses Vorhaben im Bereich der Aufwendungen für Lehrpersonal", heißt es etwa. "Die Anpassungen der Grundschule führen teils zu Mehr- und teils zu Minderaufwendungen, die einander auf Dauer gesehen weitgehend ausgleichen.

Kosten aus Integrationstopf

" Zusätzliche Aufwendungen für Schulstartgruppen und Sprachförderkurse sollen 2016 mit 12,7 Mio. Euro zu Buche schlagen und 2017 mit 2,2 Mio. Euro. Diese Kosten sollen aus dem Integrationstopf der Regierung getragen werden.

Für die Sprachstartgruppen (Sprachförderung statt Pflichtgegenständen vor vollem Eintritt in den Regelunterricht) bzw. Sprachförderkurse (Sprachförderung im Rahmen der Pflichtgegenstände) sind übrigens verpflichtend "Diagnose- und Förderinstrumente" einzusetzen.

Sowohl am Beginn als auch am Ende der jeweiligen (höchstens zweijährigen) Fördermaßnahme soll der Sprachstand erhoben, "um den Kompetenzzuwachs zu dokumentieren und entsprechende Fördermaßnahmen diagnosebasiert durchführen zu können".

Keine Klassenwiederholungen

Von einer Startgruppe kann außerdem in einen Förderkurs gewechselt werden, beide umfassen jeweils elf Stunden pro Woche.Die Einsparungen ergeben sich unter anderem durch den Wegfall von Klassenwiederholungen durch das Abschaffen des Sitzenbleibens.

2014/15 wiederholten rund 1.329 Kinder in den ersten drei Schulstufen eine Klasse, in der vierten waren es etwas mehr als 400. Die Wirkungsfolgenabschätzung geht davon aus, dass im Endausbau 2019/20 dann rund 1.500 Kinder weniger die Volksschule besuchen als ohne die Maßnahmen. Daraus ergibt sich ein geringerer Bedarf an Lehrern.

Einen flexibleren Personaleinsatz erhofft man sich auch durch das neue Berufsbild des Erziehers für Lernhilfe an ganztägigen Schulformen. Dafür vorgesehen sind Personen mit Matura und einer einjährigen Zusatzausbildung (60 ECTS-Punkte), die allerdings erst an Pädagogischen Hochschulen eingerichtet werden muss.

Paket bring Aufwand für Eltern

Einen gewissen Aufwand bringt das Paket übrigens auch für Eltern: Dieser wird insgesamt mit 20.500 Stunden pro Jahr angegeben, weil bei der Schuleinschreibung die im Kindergarten gesammelten Unterlagen, Erhebungen und Förderergebnisse vorgelegt werden müssen.

Geht man von rund 82.000 Taferlklasslern pro Jahr aus, schlägt sich der Zeitaufwand pro Kind für Eltern mit etwa einer Viertelstunde zu Buche.

Wenig beeindruckt zeigt sich indes die Opposition vom ersten Schulrechtspaket zur Bildungsreform. Die Grünen orteten "Licht und Schatten", die NEOS halten es für "noch nicht einmal fast geil", das Team Stronach erkennt nicht einmal eine Reform. Einzig die FPÖ ist angesichts der "Sprachstartgruppen" angetan.