Erstellt am 10. November 2015, 15:05

von APA/Red

EU setzt VW Frist für Antworten im CO2-Skandal. Die EU-Kommission hat VW in der Affäre um Abgaswerte eine Zehn-Tages-Frist gesetzt. Klima- und Energiekommissar Miguel Arias Canete habe Konzernchef Matthias Müller am Montag in einem Brief Fragen zu den "Unregelmäßigkeiten" bei der Messung der CO2-Emissionen übermittelt, teilte eine Behördensprecherin am Dienstag in Brüssel mit.

 |  NOEN, APA (Archiv/AFP)

VW hat demnach für die Antworten zehn Tage Zeit. VW solle mitteilen, welche Modelle von "diesen Unregelmäßigkeiten" betroffen sind, erläuterte die Kommission. Ferner will die Behörde wissen, um wie viel die Emissionen des klimaschädlichen Gases in der Vergangenheit zu niedrig angegeben wurden. Zudem soll Volkswagen unter anderem mitteilen, wann korrekte neue Typengenehmigungen für die betroffenen Modelle zu erwarten sind. Der Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Volkswagen steht wegen manipulierter Abgaswerte seit Wochen stark unter Druck. Im September musste der Konzern zugeben, dass bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen Software eingesetzt wurde, die den Ausstoß von Stickoxiden im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Vergangene Woche gestand das Unternehmen zudem ein, dass bei vermutlich rund 800.000 Autos der tatsächliche Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) höher ist als angegeben.

Die US-Umweltbehörde CARB gab indessen bekannt, bisher keine Manipulationen bei Diesel-Modellen anderer Hersteller entdeckt zu haben. "Bis jetzt haben wir bei Fahrzeugen anderer Marken keine betrügerischen Abschalteinrichtungen gefunden", sagte Behördenchefin Mary Nichols der "Wirtschaftswoche". "Das heißt nicht, dass alle Emissionswerte so sind, wie wir sie uns wünschen würden, aber es ist nichts, was dem Ausmaß der Überschreitung bei VW-Fahrzeugen nahekommt."

Die Behörde hatte seit Bekanntwerden der Manipulationen bei Stickoxidmessungen bei zahlreichen VW-Dieselmodellen auch Autos anderer Hersteller untersucht. Bei der US-Behörde war zunächst niemand für eine weitere Stellungnahme zu erreichen.