Erstellt am 23. Oktober 2015, 19:16

Flüchtlinge auf eigene Faust durch Steiermark unterwegs. Tausende Flüchtlinge dürften weiterhin auf eigene Faust einen Weg durch die Steiermark Richtung Deutschland suchen. Während es manche mit Taxis versuchen, kaufen sich andere Zugtickets. Laut ÖBB fuhren ab Leibnitz die Züge regulär Richtung Graz ab, wer ein Ticket habe, werde wie jeder andere Gast behandelt.

 |  NOEN, APA (AFP)

Die B67, Grazer Straße, wurde am Vormittag gesperrt, weil Migranten, unter ihnen auch kleine Kinder, zu Fuß auf ihr Richtung Norden gingen. Von Spielfeld bis Leibnitz nutzten viele auch den Bahndamm, weshalb die Strecke Sentilj-Leibnitz eingestellt werden musste. Kolportierte Sonderzüge ab Leibnitz soll es laut Christoph Posch keine geben.

Tagsüber war der Transport von Flüchtlingen aus der Sammelstelle Spielfeld in Notquartiere in ganz Österreich nur schleppend verlaufen. Am Abend hieß es dann seitens Polizeisprecher Leo Josefus, dass die Busse wieder regelmäßig fahren und zusätzlich auch Taxis von öffentlicher Hand angemietet wurden. Gegen 18.00 Uhr waren nur mehr etwa 500 bis 600 Menschen in der Sammelstelle.

Seit Freitagfrüh sollen rund 5.000 Flüchtlinge in der Steiermark angekommen sein. Angaben vom Nachmittag, als schon von bis zu 7.000 die Rede war, wurden von der Polizei korrigiert - es habe sich um Doppelzählungen gehandelt, weil einige wieder von der Bundesstraße zurückgekommen waren.

Christoph Pinter, Leiter des Österreich-Büros des UN-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR), war am Freitag in Spielfeld und sagte, er sehe größte Anstrengungen seitens der Einsatzkräfte. Dass die Lage in der Steiermark aber schwieriger als im burgenländischen Nickelsdorf ist, führte er auf mehrere Umstände zurück: Einerseits liege es an der Topografie, denn in Nickelsdorf konnte weitläufig Infrastruktur aufgebaut werden. In Spielfeld dagegen sei es "enger und kleinräumiger".

Andererseits seien aber auch die Flüchtlinge in Nickelsdorf von weiten Fußwegen durch Ungarn erschöpfter gewesen als jene, die momentan in Sentilj mit Bussen ankommen. Sie gingen nur wenige Meter bis zur österreichischen Grenze und sollten dann schon wieder warten: "Kernelement ist, die Leute in Bewegung zu halten. Das funktioniert gerade nicht so ganz", sagte Pinter und führte es darauf zurück, dass es bei den Quartierplätzen eng werde. Manche ehemalige Transitunterkünfte - wie jenes am Schwarzlsee - wurden mittlerweile zu Unterkünften für Menschen, die in Österreich bleiben wollen und Asyl beantragt haben, meinte der UNHCR-Büroleiter im APA-Gespräch.