Erstellt am 06. Oktober 2015, 14:10

von APA/Red

Fahrer des Todes-Lkw wird nach Österreich ausgeliefert. Der mutmaßliche Lenker des Lkw, in dem Ende August auf der Ostautobahn (A4) 71 Todesopfer gefunden worden sind, wird von Bulgarien nach Österreich ausgeliefert.

Lenker einer von vielen Beteiligten  |  NOEN, APA

Der 32-Jährige hat keine weitere Berufung gegen die Entscheidung des Bezirksgerichtes in der bulgarischen Stadt Montana eingelegt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Lilia Jordanowa.

Das Gericht hatte vor einer Woche erklärt, dass es genügend Beweise für eine Mittäterschaft des Mannes gibt und einem Strafverfahren in Eisenstadt nichts entgegensteht. Laut Jordanowa müssten noch die technischen Details der Auslieferung und der Transport des Angeklagten geklärt werden. Die Sprecherin schätzt, dass die Auslieferung binnen einen Monats erfolgen wird. In der Zwischenzeit bleibt der Mann weiter in U-Haft.

Der Grund für die lange Dauer des bisherigen Verfahrens mit insgesamt vier Verhandlungstagen war, dass sich neben der österreichischen Staatsanwaltschaft auch die bulgarische Spezialanwaltschaft für schwere Verbrechen eingeschaltet hat.

Die bulgarische Justiz wirft dem Mann vor, den Lkw, in dem die Flüchtlinge erstickten, zumindest auf einem Teil der Strecke zwischen Ungarn und Österreich gelenkt zu haben. Laut bulgarischer Staatsanwaltschaft muss sich der Verdächtige wegen Beteiligung an einem kriminellen Schlepperring und fahrlässiger Tötung in 71 Fällen verantworten.