Erstellt am 24. September 2015, 12:52

"Flüchtlingsrückstau" in Salzburg wieder größer. In Salzburg wird indes der "Rückstau" an gestrandeten Flüchtlingen größer. Am Mittwoch sind rund 2.100 Menschen in der Mozartstadt angekommen, etwa 1.500 schafften an diesem Tag auch die gewünschte Einreise im benachbarten Bayern.

 |  NOEN, APA

Vor allem am Hauptbahnhof spitzt sich die Lage zu, die Nacht haben rund 1.300 Personen hier verbracht, sagte Christian Blaschke vom Büro des Landeshauptmannes zur APA.

"Das ist zu viel, das hält das System nicht aus", betonte der Sprecher. Entspannung gab es am Donnerstag vorerst nicht wirklich. Gegen Mittag hielten sich immer noch 1.200 Flüchtlinge am Bahnhof und in der dazugehörigen Tiefgarage auf, obwohl die deutschen Behörden am Vormittag wieder einen Sonderzug mit etwa 450 Passagieren übernommen haben.

Am Grenzübergang warteten gegen Mittag rund 450 Weiterreisende, 200 davon bei leichtem Regen und acht Grad Außentemperatur im Freien direkt auf der Brücke, der Rest hatte das zum Notquartier umfunktionierte ehemalige Zollgebäude aufgesucht, wo es warmes Essen, Getränke und hygienische Versorgung gab.

Das Notquartier im ehemaligen Asfinag-Gebäude bei Salzburg-Mitte wurde weiterhin bestenfalls als kurze Verpflegstation angenommen. Am Donnerstagvormittag wurden dort gerade einmal 80 Flüchtlinge gezählt. Ein Ausblick auf den restlichen Tag sei schwierig, sagte Blaschke. Möglicherweise könne am Abend noch ein Sonderzug nach Deutschland fahren, "aber wir haben noch keine genauen Informationen".

Knapp 5.900 Flüchtlinge trafen am Mittwoch im Burgenland ein. Davon kamen laut Polizeidienststelle Burgenland 5.700 Personen im nordburgenländischen Nickelsdorf und 200 im südburgenländischen Heiligenkreuz an. Der Flüchtlingsstrom riss auch seit Mitternacht nicht ab. Bis 06:00 Uhr trafen weitere 2.200 Flüchtlinge im Burgenland ein.

Rund 1.000 Flüchtlinge aus Nickelsdorf sollen im Laufe des Donnerstags nach Kärnten gebracht werden. Nach Angaben von Polizei und Rotem Kreuz war geplant, die Menschen mit Bussen in die Notquartiere nach Klagenfurt und Villach zu transportieren. Etwa 600 Menschen sollen nach Klagenfurt gebracht werden, rund 400 nach Villach.

Ihr Eintreffen wurde für den Nachmittag angekündigt, genauere Angaben zu Uhrzeiten und Zahl der Busse gab es vorerst nicht. In Kärnten befanden sich am Donnerstag in der Früh keine Flüchtlinge in den Notquartieren. Auch an den Grenzen gab es bisher keinerlei Aufgriffe, weder von Flüchtlingen noch von Schleppern. Im Lauf des Mittwochs waren am burgenländischen Grenzübergang Nickelsdorf etwa 5.700 Flüchtlinge eingetroffen, in Heiligenkreuz waren es an die 200.

Die Flüchtlingsbewegungen an der steirisch-slowenischen Grenze haben sich laut Rotem Kreuz in der Nacht auf Donnerstag mit rund 1.300 Personen im Rahmen gehalten. Indes hieß es in einer Aussendung des Innenministeriums, dass die über Nacht vollzogene Umwandlung des bisherigen Transitquartiers in der Schwarzl-Halle in eine Asylwerber-Unterkunft auf zwei Monate beschränkt sei.