Erstellt am 15. September 2015, 22:18

von APA/Red

20.000 Notschlafstellen für Flüchtlinge reichen nicht. Nach der Einführung punktueller Grenzkontrollen durch die deutschen Behörden ist der Flüchtlingsstrom von Ungarn durch Österreich ins Stocken geraten.

 |  NOEN, APA

Obwohl bis Dienstag rund 20.000 Plätze in Notquartieren geschaffen wurden, sprach das Innenministerium bezüglich Quartieren von einer krisenhaften Situation.

Von den 20.000 Plätzen waren in der Nacht auf Dienstag allerdings nur 18.000 belegt - zurückzufahren auf Engpässe bei den Transportkapazitäten innerhalb Österreichs. Während Notschlafstellen in Vorarlberg und Tirol wohl wegen der großen Entfernung nicht genützt wurden, kam es in Ostösterreich zu Engpässen.

In Nickelsdorf waren am Montag noch rund 20.000 Flüchtlinge eingetroffen. Nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Bestimmungen zum Grenzübertritt in Ungarn flaute der Zustrom am Dienstag merklich ab. Bis Mittag waren nach offiziellen Angaben 4.000 Flüchtlinge nach Österreich gelangt.

In und um den burgenländischen Grenzort hielten sich bei weitem mehr Menschen auf, als in den Notquartieren untergebracht werden konnten. Viele Menschen, die sich keine Hoffnung mehr machten, in einem der Shuttle-Busse Richtung Wien unterzukommen, machten sich zu Fuß oder per Taxi auf den Weg.

In Wien haben nach offiziellen Angaben rund 6.000 Migranten genächtigt, wobei rund 5.000 Notschlafplätze zur Verfügung standen. Die Polizei ging davon aus, dass auch am Dienstag wieder Tausende Flüchtlinge aus dem Burgenland eintreffen. Ebenfalls Tausende sollten weiterreisen.

Knapp 2.000 Flüchtlinge werden die Nacht auf Mittwoch in der Steiermark in Notquartieren versorgt. Am Abend waren laut Polizeisprecher Joachim Huber mehr als 770 am Schwarzlsee, wobei ein Doppeldeckerbus mit rund 100 weiteren Menschen erwartet wurde. In Graz waren am Abend 450 Personen, im Laufe der Nacht werden aber noch 20 Busse mit mehr als 500 Flüchtlingen aus Wien Westbahnhof erwartet.

Am Dienstagabend wurde ein weiterer Flüchtlingstransport von Wien nach Klagenfurt angekündigt worden. Nach Angaben des Roten Kreuzes sollten rund 1.200 Menschen in der Nacht mit Zügen aus der Bundeshauptstadt verlegt werden.

Man sei gerade dabei, eine Lagerhalle im Industriegebiet im Süden Klagenfurts zu adaptieren, sagte Rotkreuz-Sprecherin Melanie Reiter am Abend gegenüber der APA. Die Information sei sehr kurzfristig erfolgt, mit dem Eintreffen der Flüchtlinge wurde für Mittwoch gegen 2.00 Uhr in der Früh gerechnet. Die Helfer organisierten Feldbetten, Decken und Verpflegung für die Menschen. Auch die Einrichtung einer Feldküche war geplant, Toilettenanlagen mussten ebenfalls aufgebaut werden.