Erstellt am 01. April 2017, 14:26

von APA Red

Österreich-GP 2017 mit deutlich mehr Zuschauern. Für den Formel-1-Grand-Prix von Österreich 2017 zeichnen sich wieder mehr Zuschauer ab.

Helmut Marko: "Kartenvorverkauf deutlichst über jenem des Vorjahres"  |  APA

"Die Runderneuerung der Formel 1 geht in die richtige Richtung. Das scheint auch unser Kartenvorverkauf zu bestätigen, er liegt deutlichst über jenem des Vorjahres", sagte Helmut Marko am Samstag in Graz bei einem PR-Termin für das Rennen am 9. Juli in Spielberg.

Die Motorsport-Königsklasse war 2014 fulminant und mit 220.000 Zuschauern nach Österreich zurückgekehrt, im Vorjahr waren aber nur noch 85.000 Fans wegen der Formel 1 zum Red Bull Ring gekommen. Das scheint sich nun wieder zu ändern, man hofft (wie 2015) auf etwa 120.000.

Red Bulls Motorsport-Berater Marko macht dafür die eigenen Werbeaktivitäten sowie neben schöner Natur, Architektur und Gastfreundschaft ("Alain Prost spricht heute noch von seiner Wirtin in Obdach") auch die neuen Autos sowie den neuen Rechteinhaber Liberty Media verantwortlich. "Es sind nun Aktivitäten möglich, die vorher undenkbar waren", sieht Marko die Formel 1 wieder in die richtige Richtung fahren.

Dazu komme, dass Mercedes nicht mehr ganz so dominant sei. Zwar noch im Qualifying, "im Rennen ist aber derzeit der Ferrari ganz klar das schnellste Auto", verwies Marko auf den Sieg von Sebastian Vettel beim WM-Auftakt in Australien.

Das und die aktuelle Aufbruchstimmung sollte zur Folge haben, dass im Jahr, in dem Österreichs Motorsport-Legende Jochen Rindt 75 geworden wäre, die Fans wieder zahlreicher kommen. Und das, obwohl der 9. Juli bereits ein Ferien-Sonntag ist. "Die Fans sind nun aber wieder näher an der Formel 1 und an den Fahrern dran. Es wird ein Spektakel über drei Tage, wir rechnen mit einer sehr guten Zuschauer-Anzahl", sagte Marko.

Mit die Werbetrommel rührte in der neuen Red Bull World am Grazer Hauptplatz Max Verstappen. Der 19-Jährige ist der Jungstar von Red Bull Racing, alleine wegen ihm kommen alljährlich zumindest 10.000 niederländische Fans nach Spielberg.

"Es ist immer wieder schön, nach Österreich zu kommen. Ich mag die Strecke mit ihren langen Geraden und den schnellen Kurven. Zudem sehen die Fans fast die ganze Strecke", freut sich Verstappen jetzt schon auf seinen nächsten Österreich-Auftritt. Als Vorjahres-Zweiter kenne er nur ein Ziel. "Besser zu sein als letztes Jahr!"

Zwar liegt der Ring den PS-schwachen Red Bulls nicht wirklich, aber selbst Marko sieht seriöse Anzeichen, dass im Juli der erste Heimsieg möglich sein könnte. Auch wenn der Auftakt in Melbourne etwas in die Hose gegangen ist. "Wir hatten zwei Crashes, die uns viel Abstimmungszeit gekostet haben. Deshalb haben wir offen und ehrlich unsere Erwartungen in Australien nicht erfüllen können."

Gut sei aber: "Das Grundkonzept des Autos ist richtig und wir glauben zu wissen, auf welcher Seite wir im Chassis-Bereich arbeiten müssen." Der RB13 sei zwar auf der Geraden sehr schnell, aber schon bei den Testfahrten hatten kleinste aerodynamische Änderungen große Auswirkungen auf das Handling des Autos gehabt. Marko: "Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn sich der Fahrer im Auto eigentlich gut fühlt, aber die Zeit fehlt."

Dazu kommt die ewige Problemzone Motor. In Melbourne musste man auf ein altes Aggregat zurückgreifen, weil davor einer der Elektromotoren Probleme machte. Aber auch hier besteht Hoffnung. Schon in Barcelona wird es eine leichtere und "schärfere" Motorenvariante geben. Das große PS-Update ist dann in Kanada fällig.

"Das macht uns optimistisch, dass wir diesmal vielleicht in Österreich ganz vorne mitmischen können", so Marko. Und man habe ja auch einen Verstappen, der für seine beinharten Manöver bekannt sei. "Er kann den Unterschied ausmachen."

Marko gilt als ein Entdecker des jungen Holländers. Ursprünglich wollte man ihn lediglich für das Nachwuchsprogramm verpflichten, mit drei Siegen an einem Wochenende habe sich dann alles geändert. "Ich habe gleich seinen Vater Jos angerufen und gesagt, es ist alles hinfällig, wir machen gleich Formel 1", erzählte Marko.

Verstappen ist mit Sicherheit das größte Talent der Königsklasse. Wegen ihm kamen am Samstag nicht nur viele Fans, sondern auch Bürgermeister Siegfried Nagl zu dem Termin. Die Erwartungen, die in den Jungstar gesetzt werden, sind riesig. Marko: "Wir hoffen, mit ihm irgendwann den jüngsten Weltmeister aller Zeiten präsentieren zu können."

In Spielberg werden auch wieder die Dirndl-Formula-Unas (Casting läuft derzeit) zu sehen sein, ebenso wieder die Legenden-Parade. Für Le-Mans-Sieger Marko steht ein Porsche 917 bereit, die Neugier sollte die Vernunft besiegen. "Dass man mit diesem Auto über 400 fahren konnte, fasse ich bis heute nicht."

Geklärt wurde in Graz auch, wie es dazu kam, dass Verstappen in Melbourne zum mitentscheidenden Rennfaktor zugunsten von Vettel wurde. "Er war so programmiert, dass er erst in den letzten Runden die volle Leistung gehabt hätte", erklärte Marko, warum Lewis Hamilton hinter dem Red-Bull-Piloten festgesteckt war. Dass der finale Angriff Verstappens dann doch nicht kam, lag an einem Problem mit der linken Bremsscheibe.