Erstellt am 03. April 2017, 12:16

von APA Red

Grüne orten "gravierende Baustellen". Die Grünen sehen in der Frauenpolitik "gravierende Baustellen" und ziehen anlässlich von 20 Jahren Frauenvolksbegehren eine ernüchternde Bilanz. Frauensprecherin Berivan Aslan forderte am Montag bei einer Pressekonferenz daher unter anderem eine neue Arbeitsbewertung, seien Frauen doch vor allem in schlecht bezahlten Branchen tätig.

Frauensprecherin Aslan forderte einen Gipfel der Sozialpartner  |  APA (Archiv/Gindl)

Österreich liegt bei der Einkommensschere laut Eurostat an vorletzter Stelle im Europavergleich und Aslan fürchtet sogar noch eine Verschlechterung. Fraueneinkommen seien systematisch unterbewertet, verweist sie etwa auf die Pflege, die Pädagogik, die Pharmazie oder den Reinigungsbereich: "Überall dort, wo Frauen mehrheitlich in Branchen vertreten sind, sinkt der Status und das Einkommen eines Berufs", kritisiert die Abgeordnete.

Sie forderte daher einen Gipfel der Sozialpartner zur Reform der Arbeitsbewertung in den Kollektivverträgen, eine gesetzliche Verpflichtung zur Beseitigung von Diskriminierung bei der Arbeitsbewertung in sämtlichen Kollektivverträgen und ein neues Zulagensystems. Auch brauche es die vollständige Anerkennung der Familien-, Pflege- und Hospizkarenzen bei den Dienstzeiten.

Weiterhin seien Männer in Technik und Handwerk, Frauen hingegen im Dienstleistungssektor tätig. Anstatt aber Frauen zu erklären, dass sie das falsche gelernt oder studiert haben, soll die Arbeitsbewertung reformiert werden. Initiativen wie der "Girl's Day", bei dem Mädchen zu technischen Berufen motiviert werden, seien zwar begrüßenswert, Frauen seien aber nicht schuld daran, dass ihre Jobs schlecht bezahlt sind. "Das System ist schuld", betonte Aslan.

Zu den aktuellen innerparteilichen Vorgängen bei den Grünen wollte sich die Abgeordnete am Montag nicht äußern. Die frauenpolitischen Themen seien dringender, meinte Aslan.