Erstellt am 22. Dezember 2015, 13:03

Fünf Verdächtige bleiben in Ungarn weiter in U-Haft. Im Fall der Flüchtlingstragödie an der Ostautobahn (A4) mit 71 Toten wurde die U-Haft für die fünf Verdächtigten bis zum 29. Februar verlängert.

In dem auf einem Pannenstreifen auf der A4 in der Nähe von Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) abgestellten Lastwagen dürften mindestens 30 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Im Bild: Einsatzkräfte der Polizei und der Spurensicherung neben dem abgestellten Lkw am Donnerstag, 27. August 2015, auf der A4.  |  NOEN, ROLAND SCHLAGER (APA)

Das gab am Dienstag ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft des ungarischen Komitats Bacs-Kiskun bekannt. Da die U-Haft am 29. Dezember abläuft, hatte die Staatsanwaltschaft den zuständigen Ermittlungsrichter um diese Verlängerung ersucht.

Die Untersuchungshaft gegen die mutmaßlichen Schlepper war wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr und mögliche Zeugenbeeinflussung beantragt worden. Die ungarische Behörde hatte Anfang November dem Antrag der Staatsanwaltschaft Eisenstadt auf Übernahme des Strafverfahrens zugestimmt. Als Grund wurde angeführt, dass die am 27. August tot in dem Fahrzeug entdeckten Migranten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ungarischem Staatsgebiet ums Leben gekommen seien.

Für das Verfahren ist die Anklagebehörde in Kecskemet, knapp 90 Kilometer südöstlich von Budapest, zuständig. Bei den Opfern der Flüchtlingstragödie handelt es sich um 59 Männer, acht Frauen und vier Kinder. Der Kühl-Lkw war am 27. August in einer Pannenbucht der Ostautobahn bei Parndorf im Burgenland gefunden worden, wo er bereits am Vortag abgestellt worden war.