Erstellt am 26. August 2016, 10:47

Austria-Europacup-Comeback mit Gruppenphase. Drei Quali-Runden überstanden und den Einzug in die Gruppenphase fixiert: Das Comeback der Wiener Austria im Fußball-Europacup nach zwei Jahren Pause ist geglückt. Rosenborg Trondheim wurde am Donnerstag wie schon im Europa-League-Play-off-Hinspiel in Wien 2:1 besiegt. Das macht auch Mut für die Mitte September beginnende Gruppenphase, in der die Austria zum dritten Mal nach 2009 und 2011 steht.

 |  APA (Schlager)

"Wir sind überglücklich, weil in die Europa League zu kommen, das ist, was jeder wollte. Das ist für das Renommee des Vereins sehr wichtig und steigert den Marktwert der Spieler", zog Coach Thorsten Fink zufrieden Bilanz. Der 48-Jährige hat damit nach dem Erreichen des Europacup-Startplatzes auch das nächste Etappenziel in seiner Ära erreicht. Das freute klarerweise auch Franz Wohlfahrt: "Es war nicht so zu erwarten, dass wir es gleich schaffen, aber wir nehmen es gerne mit", sagte Austrias Sportchef. Vor allem die Art und Weise imponierte ihm: "Wir waren sicher die bessere Mannschaft und sind sehr, sehr verdient weitergekommen."

Beim Heimflug in der Nacht auf Freitag wurden über den Wolken gemeinsam mit den mitgereisten Anhängern Jubelgesänge angestimmt, die Erleichterung war den Spielern anzumerken. Genauso wie die Vorfreude auf mögliche Kaliber wie Manchester United. "Wir wollen auch da nicht in Ehrfurcht erstarren, sondern auch wieder unser Spiel machen. Wenn wir so spielen wie heute ist auch gegen größere Mannschaften das eine oder andere drinnen", blickte Fink optimistisch voraus.

Die Wiener lieferten gegen den 23-fachen norwegischen Meister vor 11.692 Zuschauern im Lerkendal-Stadion eine ziemlich souveräne Vorstellung ab. Nur nach dem 1:1-Ausgleich der Hausherren kamen die Gäste kurzzeitig ins Schwimmen, ehe Olarenwaju Kayode mit einem perfekt abgeschlossenen Konter alles klarmachte.

"Es war sicherlich eines der besten Spiele von uns, vielleicht das Beste überhaupt", war Fink überglücklich. Seine Truppe habe die Vorgaben gegen eine qualitativ starke Rosenborg-Mannschaft top umgesetzt. "Wir haben hervorragend gearbeitet in der Defensive, in der Offensive immer wieder Nadelstiche gesetzt und einen guten Ballbesitz gehabt in der Phase, in der es schwierig war", resümierte der Deutsche.

Von der Heimstärke der Norweger war wenig zu sehen, sie blieben vor allem vor der Pause vieles schuldig. Dass sie zu Hause zuvor alle Saison-Pflichtspiele gewonnen hatten und in der Liga 35 Partien dort ungeschlagen sind, war am Rasen nicht wirklich ersichtlich. Dafür sorgte auch die Austria mit einer disziplinierten, starken Leistung. "Wir haben ihre Heimserie gebrochen, gezeigt, dass alles möglich ist, wenn man als Team gut arbeitet", jubelte Kayode.

Ein Vater des Erfolgs war auch Robert Almer, der ÖFB-Teamtormann zeigte einige tolle Paraden, darunter eine extrem wichtige beim Stand von 0:0. "Wir haben das System ein bisschen umgestellt, stehen kompakter, probieren viel über Konter, das hat uns in den beiden Spielen zuletzt auch den Sieg gebracht", analysierte der nur bei einem fragwürdigen Elfmeter bezwungene Tormann.

Die Wiener sind mitten drinnen in einem Siegeslauf, am Donnerstag gab es Pflichtspielsieg Nummer drei in Folge. "Wir haben kapiert, dass es nicht nur mit schönem Fußball geht, man um jeden Punkt fighten muss. Von daher haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht", ist Austrias Kapitän zufrieden. Die vor der Siegesserie kassierten zwei Liganiederlagen gegen Rapid und Sturm Graz sind vergessen. "Die Mannschaft hat die Lehren gezogen. Trapattoni hat einmal zu mir gesagt, wenn eine Schraube rausgeht, muss man sie wieder reindrehen", erklärte Fink. Das ist offenbar gelungen.

Am Sonntag gilt es das weiter unter Beweis zu stellen, da geht es für den Fünften in der Liga bei Schlusslicht Ried weiter. "Wenn wir nächstes Jahr wieder Europa League spielen wollen, müssen wir diese Spiele gewinnen", weiß Austrias Trainer. Rotation soll neuerlich zum Erfolg führen.

Es kann gut sein, dass die Austria im Herbst quasi mit einer Liga- und einer Europacup-Mannschaft agieren wird. Die Positionen sind mit Ausnahme des defensiven Mittelfelds doppelt besetzt. Auch dieses "Problem" soll sich bis zum Transferschluss am Mittwoch um Mitternacht noch ändern. Die Kassen sind nun ja gefüllt, alleine an Gruppenphase-Startgeld gibt es für die Austria 2,4 Millionen Euro.