Erstellt am 07. Juli 2016, 20:44

Daum wird rumänischer Nationaltrainer. Christoph Daum feiert sein Comeback. Nach vielen Jahren als mehr oder zuletzt auch weniger erfolgreicher Vereinscoach übernimmt er nun für zwei Jahre den Job als Trainer des rumänischen Fußball-Nationalteams.

 |  APA/dpa

Daum soll die Auswahl zur WM nach Russland führen - es wäre die erste WM-Teilnahme Rumäniens seit 20 Jahren. Der Ex-Coach von Austria Wien wurde am Donnerstag in Bukarest offiziell vorgestellt.

"Eine erfolgreiche Zukunft zeichnet sich ab", erklärte Verbandschef Razvan Burleanu, der seine Wunschlösung präsentierte. Daum erhält Medienberichten zufolge für sein bis 2018 angelegtes Engagement eine Million Euro. Sollte die WM-Qualifikation gelingen, käme eine weitere Million Euro hinzu.

Sein Debüt feiert Daum am 4. September gegen Montenegro in der WM-Qualifikation, in der EM-Viertelfinalist Polen und Ex-Europameister Dänemark die stärksten Widersacher sind.

Begleitet wurde die Präsentation allerdings von Unstimmigkeiten. Zunächst hatte das 15-köpfige Exekutivkomitee des rumänischen Verbandes (FRF) Daum als neuen Auswahltrainer vorgeschlagen, dem war dann der Vorstand gefolgt. Nach Informationen der rumänische Nachrichtenagentur Mediafax haben jedoch sieben Exko-Mitglieder gar nicht mit abgestimmt, sie könnten das Ergebnis nun anfechten.

"Das Komitee ist ein demokratisches Gremium, in dem jeder seine Meinung äußern kann. Dass einige Sitze leer geblieben sind, gehört zur Demokratie dazu", sagte Daum. Er sei "hier ganz herzlich empfangen worden". Die Rechtsabteilung des Verbandes teilte mit, die Abstimmung habe den Statuten entsprochen.

Daums Erfolge als Vereinscoach liegen schon etwas zurück. 1992 führte er den VfB Stuttgart zur deutschen Meisterschaft. Mit Besiktas Istanbul wurde er Meister (1995) und Cupsieger (1994), mit der Wiener Austria Wien holte er 2003 ebenfalls diese beiden Trophäen. 2004 und 2005 führte er Fenerbahce Istanbul zu Meisterehren.

Bei seinen bisher letzten und kurzen Stationen (Eintracht Frankfurt, FC Brügge und Bursaspor) blieb er aber erfolglos. Und ein Engagement als DFB-Trainer scheiterte, weil ihm im Oktober 2000 der Konsum von Kokain nachgewiesen werden konnte.