Erstellt am 18. November 2015, 14:03

Fußballprofis sollen als Integrationsbotschafter arbeiten. Das Integrationsministerium startet gemeinsam mit dem ÖFB, der Bundesliga und der Initiative "Zusammen:Österreich" die Aktion "Teamplay ohne Abseits".

Integrationsbotschafter: Gorgon und Co. werden Schulen besuchen  |  NOEN, APA (Archiv/Neubauer)

Im Rahmen des Projekts besuchen Fußballprofis mit Migrationshintergrund Österreichs Schulen und Fußballvereine, erklärte Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Das Projekt könne einen "wesentlichen Beitrag für ein positives Zusammenleben in Österreich" leisten, zeigte sich Kurz überzeugt. 50 Fußballprofis aus Regional-, Landes- und Bundesverbänden, darunter Alex Gorgon (FK Austria Wien), Valentino Lazaro (Red Bull Salzburg) und Mario Pavelic (SK Rapid Wien), werden als Integrationsbotschafter Schulen und Fußballvereine österreichweit besuchen.

"Wir wollen damit zwei Dinge erreichen: Vorurteile abzubauen und Motivation zu schaffen, was man in Österreich alles erreichen kann, obwohl oder gerade weil man einen Migrationshintergrund hat." Was für den Fußball gelte, gelte auch für andere Lebensbereiche. "Was der David Alaba im Nationalteam kann, das kann der Izmet auch in seiner Schule im zehnten Bezirk", meinte Kurz.

Durch die Terroranschläge in Paris vergangenen Freitag finde der europäische Fußballsport "eine dramatisch veränderte Situation und Verantwortung" vor, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner. "Es kommt nicht von ungefähr, dass sich diese schrecklichen Attentate auch auf Sport und Fußball richten", meinte er. "Er ist ein wichtiges Bindeglied unserer Gesellschaft, wo Integration Tag für Tag gelebt wird und Grenzen verschoben werden. Daher haben wir eine besondere Verantwortung."

"Wir müssen diesen Terroristen auf allen Ebenen den Kampf ansagen", betonte Kurz. Militärisch vor Ort in Syrien und im Irak und innerhalb von Europa, indem man polizeilich gegen Hassprediger vorgehe. Der beste Weg um Parallelgesellschaften zu vermeiden, sei, dass die Menschen die Sprache lernen und einen Platz am Arbeitsmarkt haben. Am Donnerstag präsentiert Kurz seinen "Integrationsplan", 50 Maßnahmen zur besseren Integration von Flüchtlingen in Österreich.