Erstellt am 16. November 2015, 14:15

von APA/Red

G-20-Staaten vereint im Kampf gegen den Terrorismus. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben laut der deutschen Kanzlerin Angela Merkel unter dem Eindruck der Anschläge von Paris den Kampf gegen den Terrorismus und die Lösung der Flüchtlingskrise zu zentralen Aufgaben der Welt-Gemeinschaft erklärt. "Wir senden als G-20-Länder ein entschlossenes Signal aus, dass wir stärker sind als der Terrorismus", sagte sie am Montag.

 |  NOEN, APA (AFP)

Die Staatenländer trafen sich am Sonntag und Montag zu einem zweitägigen Gipfeltreffen in der Türkei. Was die Millionen an Flüchtlinge in aller Welt angehe, so stehe jedes Land in der Verantwortung, diesen zumindest zeitweise Heimat zu geben, sagte Merkel kurz vor Ende des Treffens.

Der G-20-Gipfel erzielte nach ihren Worten darüber hinaus wichtige Erfolge für mehr Klimaschutz, beim Stopfen von Steuerschlupflöchern und der Risikobegrenzung im Bankenbereich.

Überschattet wurde das Treffen von den jüngsten Anschlägen in Paris. Die G-20 sei sich einig gewesen, dass der Kampf gegen den Terror eine globale Herausforderung darstelle, der man nur auf globaler Ebene begegnen könne, fasste Merkel die Stimmung zusammen.

Anschläge als Kriegserklärung an den Westen

In einer Erklärung der Gruppe, die nach dem Ende des Gipfels veröffentlicht werden soll und von der schon ein Entwurf vorlag, heißt es: "Wir bleiben einig im Kampf gegen den Terrorismus." Die Anschläge werden als abscheulich gebrandmarkt. Für solche Taten gebe es keine Rechtfertigung, auch keine religiöse.

Als Reaktion beschlossen die G-20-Staaten, im Vorgehen gegen den Terrorismus enger zu kooperieren. Insbesondere sollen die Finanzierungsquellen der Extremisten trockengelegt werden. In der G-20-Erklärung werden scharfe Sanktionen gegen jegliche Form von Terrorismus-Finanzierung gefordert.

Neben dem Thema Terrorismus diskutierten die G-20-Staaten auch die gegenwärtige Flüchtlingssituation in der Welt, die vor allem in der Türkei und Europa momentan Probleme hervorruft. Einig sei man sich darin, dass dies ein globales Problem sei, bei dem alle Länder in der Verantwortung stünden. "Das heißt, jeder hat Verpflichtungen, Flüchtlingen eine zeitweilige Heimat zu geben", sagte Merkel.

Auch andere Themen wurden besprochen

Trotz der drängenden Fragen von Flüchtlingskrise und Terrorismus kam die G-20 nach Merkels Worten auch bei wichtigen Fragen ihrer langfristigen Agenda entscheidend voran. So sei es nach langen Verhandlungen gelungen, bei den wichtigsten Industrie- und Schwellenländern das Ziel zu verankern, die Erderwärmung auf zwei Prozent zu begrenzen. Das erhöhe die Erfolgschancen des Welt-Klimagipfels Ende November in Paris beträchtlich.

Bei ihrem Bestreben, das Wachstum der Weltwirtschaft voranzubringen, ist die G-20 nach den Worten des deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble schon weit vorangekommen. Die beiden Großvorhaben, die Steuerschlupflöcher für international tätige Firmen zu schließen und den wichtigsten Banken noch höhere Finanzpolster vorzuschreiben, gehen nach seinen Worten nun in die Umsetzungsphase.