Erstellt am 31. Juli 2016, 07:37

von APA Red

Frauenring fordert "New Deal". Der Österreichische Frauenring - Dachorganisation österreichischer Frauenorganisationen - fordert einen "New Deal für Gleichberechtigung". Seit dem Amtsantritt des neuen Bundeskanzlers werde viel über den "New Deal" gesprochen, die Vorsitzende Sonja Ablinger erwartet sich von Christian Kern (SPÖ) aber auch Ansagen in diese Richtung.

Sonja Ablinger ist mittlerweile aus der SPÖ ausgetreten  |  APA

Die Frauenring-Vorsitzende stellte zudem fest, dass Teilzeit für Frauen ein "Normalarbeitsverhältnis" ist. Dies spiegle sich auch in der ungleichen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern wider.

Vor rund 25 Jahren wurde das Gleichbehandlungspaket beschlossen und nun brauche es ein "Revival" davon, so Ablinger. Sie pochte daher unter anderem auf Verbesserungen im Unterhaltsvorschussgesetz und auf Verschärfungen bei der Einkommenstransparenz.

So sollte etwa die Verpflichtung, Einkommensberichte zu erstellen, auch für kleinere Firmen mit weniger als 150 Mitarbeitern bestehen. 2014 umfasste die Verpflichtung 3.140 Betriebe mit rund 1,3 Mio. Beschäftigten. 2,3 Mio. Beschäftigte werden somit gar nicht erfasst. Kritik übte sie erneut daran, dass bei Säumigkeit keine Sanktionen drohen und die Kriterien im Bericht sehr vage sind.

Die Arbeit des neuen Bundeskanzlers und SPÖ-Chefs wollte die frühere SPÖ-Abgeordnete - sie trat mittlerweile aus der Partei aus - noch nicht beurteilen: "Bis jetzt kann man nicht viel sagen, der Anfang war ok. Für die Situation der Frauen braucht es aber dringend mehr Engagement."

Dass das Frauenministerium unter Kern vom Bildungsministerium ins Gesundheitsressort gewandert ist, sieht Ablinger skeptisch: "Es ist seit einigen Jahren so, dass das Frauenministerium Verschubmasse ist. Schon im Bildungsministerium hat man gesehen, das schadet den Frauen-Agenden, weil sie untergehen." Die Chance für ein eigenes Ressort habe man bei der Regierungsumbildung verpasst, meinte die Vorsitzende.