Erstellt am 10. Dezember 2015, 12:33

von APA/Red

Grenzzaun in Spielfeld soll bis Jahresende stehen. Der Grenzübergang im steirischen Spielfeld soll laut Innenministerium bis Jahresende für den Flüchtlingsstrom umgebaut sein.

Das "Grenzmanagement-System" soll innerhalb weniger Tage verlegbar sein, der Umbau im steirischen Grenzort hat bereits begonnen. Im Grenzzaun wird allerdings eine Lücke von 8,1 Metern klaffen.

Ein Grundbesitzer hat klar gemacht, dass er der Errichtung nicht zustimmen wird, bestätigte das Innenministerium einen Bericht der Tageszeitung "Österreich" (Donnerstag-Ausgabe). Auf dieser Strecke werde man andere "technische und grenzpolizeiliche Maßnahmen" treffen.

Die Arbeiten zur Errichtung der Schleuse haben am 7. Dezember begonnen. Wie bei einem Hintergrundgespräch des Innenressorts erklärte wurde, erfolgt der Umbau in zwei Bereichen: Einerseits wird eine "Kernzone mit einem schleusenartigen Zugang" für die Personenkontrollen errichtet. In diesem Bereich stehen 29 Container für die Flüchtlinge zur Verfügung. Zweiter Schritt ist der Bau des 3,7 Kilometer langen Zauns, der mit Stahlankern befestigt ist und im Kernbereich vier Meter hoch ist. Im Randbereich sind es nur mehr 2,5 Meter.

Ziel: "geordneter Übertritt"

Ziel des neu gestalteten Grenzbereichs ist es laut Ministerium, einen "geordneten Übertritt" der Flüchtlinge zu garantieren. Die Sicherheit für die Schutzsuchenden soll dabei "bestmöglich gewährleistet" sein. Zur "Orientierung und Beruhigung" wird ein Kommunikations- und Leitsystem errichtet, das bereits auf slowenischer Seite beginnt. Große Bildschirme sollen dabei etwa Symbole und Angaben zur Wartezeit vermitteln. Damit soll laut Ministerium auch das Sicherheitsgefühl der Betroffenen erhöht werden.

Das "Grenzmanagement-System" sei in Europa einzigartig und ermögliche eine Einreisemöglichkeit "für Tausende Flüchtlinge". Im Innenressort betont man, dass beim neugestalteten Grenzübergang alle "relevanten rechtlichen Grundlagen" eingehalten werden.

Zudem erfolge der Umbau nach dem neusten Stand der Technik und Erkenntnissen aus dem "Crowd Management", wie etwa bei Sportereignissen oder Konzerten. Bis zu 11.000 Personen sollen so täglich in Spielfeld abgefertigt werden. Obwohl der Andrang in Spielfeld in den vergangenen Wochen abgenommen hat, erwartet sich das Innenministerium ein Zunahme spätestens im Frühling.

Am 22. Dezember sollen die Container für die Adaptierung des Grenzübergangs aufgestellt werden. Die Fertigstellung der Kernzone ist bis Jahresende geplant. Der Umbau selbst erfolgt im Wesentlichen durch das Bundesheer. Mit dem Zaunbau wurde die Firma Geo-Alpinbau-GmbH beauftragt, die alleiniger Patentinhaber für das System ist und bereits für die bauliche Absicherung des Bilderbergtreffens im Juni 2015 verantwortlich war. Die Kosten sollen laut offizieller Angabe die veranschlagten 10 Mio. Euro unterschreiten.