Erstellt am 17. Dezember 2015, 11:56

Griss will Kandidatur-Entscheidung am Freitag bekanntgeben. Irmgard Griss will am Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz in Wien ihre Entscheidung über die Kandidatur für die Bundespräsidentschaftswahl bekannt geben, bestätigte sie einen Bericht der "Kleinen Zeitung".

Auf ihrer Facebook-Seite gab sie am Donnerstag bereits ein Motto aus: Dort war der Slogan "Ehrlich zu Österreich" gemeinsam mit einer rot-weiß-roten Flagge zu sehen. Der breiten Öffentlichkeit wurde die frühere OGH-Präsidentin zunächst als Leiterin der Hypo-Kommission bekannt, wofür sie umfangreiches Lob erhielt - bis zum Donnerstag.

Ausgerechnet am Tag vor ihrer Kandidatur-Bekanntgabe stellte sich heraus, dass die von ihr geleitete Untersuchungskommission die Gesprächsprotokolle zur Aufarbeitung des Hypo-Skandals vernichtet hatte. Dazu sei man aufgrund einer Vereinbarung mit den Institutionen verpflichtet gewesen, hieß es. Die Abgeordneten im U-Ausschuss zeigten sich darüber empört.

Die Spekulationen um eine mögliche Kandidatur, die nach der Präsentation des Kommissionsberichts im Dezember 2014 starteten, hatte Griss zunächst entkräftet. Sie erklärte damals, nur dann überhaupt darüber nachzudenken, wenn "das achte Weltwunder" eintritt und sie als überparteiliche gemeinsame Bewerberin aufgestellt würde. Im Herbst dieses Jahres ging jedoch die Homepage "griss2016.at" online und Griss meinte, sie wolle bei ausreichender finanzieller und organisatorischer Unterstützung antreten.

Zuletzt hatte sich Griss außerdem den NEOS und den Freiheitlichen in einem Hearing vorgestellt. Ob die NEOS ihre Kandidatur unterstützen, will die Partei am Donnerstagnachmittag bekannt geben. Die FPÖ kündigte eine Entscheidung darüber für Jänner an.

Eine blaue Unterstützung zeichnet sich allerdings eher nicht ab. So zeigt sich etwa Generalsekretär Herbert Kickl in der aktuellen Ausgabe des freiheitlichen Blattes "Neue Freie Zeitung" enttäuscht von Griss' Auftritt bei der FPÖ, vermisst "klare politische Bekenntnisse" und "kantige Formulierungen". "Vor allem aber trennt gesellschaftspolitisch uns Freiheitliche doch einiges vom Weltbild der Frau Griss", schreibt Kickl in der Kolumne.