Erstellt am 03. Dezember 2015, 17:17

von APA/Red

Großbritannien bombardiert IS-Miliz nun auch in Syrien. Großbritannien hat wenige Stunden nach dem Ja des Parlaments über die Ausweitung des Kampfes gegen den IS auch in Syrien erste Einsätze gestartet.

Britische Kampfjets griffen am Donnerstag erstmals Ölfelder unter Kontrolle der Extremistenmiliz im Osten des Landes an. Russland lobte das Eingreifen und warb für ein abgestimmtes Vorgehen. Trotzdem gibt es keine Anzeichen für ein Zusammenrücken der IS-Gegner, was sich in scharfer Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin an der Türkei zeigte. Nach Ansicht von US-Außenminister John Kerry können die Extremisten aus der Luft ohnehin nicht besiegt werden.

Das britische Unterhaus hatte am Mittwochabend als Konsequenz aus den Pariser Anschlägen die Ausweitung des Kampfes gegen IS ("Islamischer Staat") vom Irak auf Syrien beschlossen. Vor Morgengrauen stiegen Tornado-Jets von einem Stützpunkt in Zypern auf und griffen die Ölfelder an. Die Öleinnahmen gelten als eine der wichtigsten IS-Finanzierungsquellen. Die Royal Air Force bombardiert seit mehr als einem Jahr bereits mutmaßliche IS-Ziele im Irak.

"Es gibt viele dieser Ziele im nördlichen und östlichen Syrien, die wir hoffen, in den kommenden Tagen und Wochen angreifen zu können", sagte der Verteidigungsminister Michael Fallon. Acht weitere Kampfflugzeuge würden auf den zypriotischen Stützpunkt verlegt.

Anti-Terror-Aktionen werden begrüßt

Ein Sprecher Putins sagte, jede Anti-Terror-Aktion werde begrüßt. "Natürlich glauben wir, dass die Effektivität gesteigert werden kann, wenn solche Maßnahmen in einer gemeinsamen Koalition abgestimmt werden." Die Hoffnungen haben sich jedoch zerschlagen, nachdem türkische Flieger vor einer Woche einen russischen Kampfjet im Grenzgebiet abschossen. Putin drohte deshalb am Donnerstag mit weiteren Konsequenzen.

Niemand solle glauben, dass dieses "Kriegsverbrechen" mit Beschränkungen bei Tomatenimporten oder Bauaufträgen abgegolten sei, kündigte er in seiner jährlichen Rede an die Nation an. "Es scheint so, als hätte Allah beschlossen, die regierende Clique in der Türkei zu strafen, indem er sie der Weisheit und des Urteilsvermögens beraubt."

Die russische Luftwaffe bekämpft seit Ende September Gegner des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad. Die Türkei, die Assad stürzen will, hat das Vorgehen kritisiert. Auch der Westen wirft Russland vor, die Angriffe auf vergleichsweise gemäßigte Gegner Assads statt auf den IS zu konzentrieren. Russland wirft dagegen der Türkei vor, Öl vom IS zu kaufen.

Kampf nicht zu gewinnen

Nach Einschätzung der USA wird die bisherige Strategie nicht zum Sieg führen. Alle wüssten, dass der Kampf ohne Bodentruppen nicht zu gewinnen sei, sagte Kerry in Belgrad am Rande des jährlichen OSZE-Ministerrates. Es müssten syrische oder andere arabische Kräfte gefunden werden. Den Einsatz eigener Truppen lehnt die US-Regierung ab.

In Deutschland soll am Freitag der Bundestag über den Syrien-Einsatz der Bundeswehr abstimmen. So sollen Tornado-Aufklärungsjets über dem Bürgerkriegsland eingesetzt werden.