Erstellt am 26. April 2017, 10:52

von APA Red

Mehr als 1.000 Festnahmen bei Razzien in der Türkei. Bei einer landesweiten Operation gegen mutmaßliche Anhänger der Gülen-Bewegung in der Türkei sind mehr als eintausend Verdächtige festgenommen worden. Die Razzien fanden innerhalb der Polizei in 72 Provinzen statt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Innenminister Süleyman Soylu am Mittwoch.

Türkei geht hart gegen Opposition vor  |  APA/ag.

Ziel der Operation, deren Zentrum in der Hauptstadt Ankara liege, sei die geheime Struktur der Gülen-Bewegung innerhalb der Polizei in allen 81 Provinzen des Landes. 8.500 Sicherheitskräfte seien beteiligt.

Die Regierung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den gescheiterten Militärputsch vom Juli vergangenen Jahres verantwortlich. Gülen weist das zurück.

Seit der versuchten Machtübernahme wurden in der Türkei mehr als 40.000 Menschen verhaftet. Zudem wurden 120.000 Beschäftigte unter anderem des öffentlichen Dienstes, der Justiz, der Polizei und des Militärs entlassen oder suspendiert. Vor knapp zwei Wochen hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan das umstrittene Referendum über die geplante Verfassungsreform knapp gewonnen. Dadurch würde Erdogan deutlich mehr Befugnisse bekommen. Kritiker sehen hingegen Demokratie, Pressefreiheit und Menschenrechte in Gefahr.